Palmsonntag

Sagt der Tochter Zion: Dein König kommt zu dir. Er ist sanftmütig, und er reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers." Matthäus 21,5

Der Einzug von Jesus Christus in Jerusalem wirkt auf den ersten Blick wenig triumphal. Zumindest im Vergleich zum Einzug von Kriegshelden der damaligen Zeit. Statt eines Schlachtrosses wählt Jesus einen Esel. Das Evangelium nach Matthäus gebraucht in dieser Hinsicht, in Anlehnung an die prophetische Vision von Sacharja (9,9), eine schlichte, aber durchaus starke Symbolik. Jesus ist anders. Er tritt als Diener auf, der aber alles andere als machtlos ist.

Die Jünger sind nicht die einzigen, die das erkennen. Menschenscharen breiten ihre Mäntel aus. Sie streuen Palmzweige und jubeln ihrem dienenden König zu. (Matthäus 21,8-9 / Johannes 12,13).

In der Kirchengeschichte geht dieser Tag als Palmsonntag ein, der Beginn der ­Karwoche.

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Aber was ist so bedeutsam an diesem Ereignis?

Palmen waren schon im Alten Orient besondere Bäume. In der griechisch-römischen Kultur war der Palmzweig ein Symbol der Herrschaft und Gottheit. Die jüdische Kultur verband damit ein Symbol der Unabhängigkeit eines mächtigen Königs. Jesu Einzug in Jerusalem war somit kein belangloses Ereignis: Es war eine Machtdemonstration, wenn auch auf friedlichem Weg.

Viele katholische Christen feiern diesen Tag mit Palmprozessionen. Zu Beginn der Prozession werden Palm- und Olivenzweige oder auch Palmkätzchen vor dem Kircheneingang geweiht. Anschließend ziehen die Gemeindemitglieder mit den Zweigen in die Kirche ein.

Innerhalb der evangelischen Tradition konzentriert sich die Feier meist auf die Lesung und Predigt über den Einzug in Jerusalem. In manchen Gebieten wird der Palmsonntag sogar mit echten Eseln oder geschnitzten Holzeseln gefeiert.

im Kalender 2022:

Sonntag 10. April

Für Kinder erklärt: Palmsonntag