Markus 3,1-6: Jesus platzt der Kragen
Jesus heilt am Sabbat einen Mann mit einer verkrüppelten Hand - und sprengt damit die engen religiösen Vorstellungen seiner Gegner. Während sie Regeln verteidigen, stellt Jesus den Menschen in den Mittelpunkt. Seine Liebe ist stärker als jede kalte Gesetzlichkeit.
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Transkript
Moin, Servus und Grüezi, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüße euch ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe von Bible Study. Hundert Prozent biblisch, Geist erfüllt mit Jesus im Zentrum. Im heutigen Bibeltext lesen wir, dass die Pharisäer Jesus beobachteten und darauf lauerten, dass er etwas tut, für das sie ihn anklagen können. Auch wir wollen uns heute auf die Lauer legen und aufmerksam beobachten. Aber nicht im negativen Sinne, so wie die Pharisäer. Nein, wir öffnen heute gemeinsam die Bibel, um von Jesus zu lernen. Wir wollen jeden Schritt von Jesus verfolgen. Wir wollen möglichst viel für unser eigenes Leben daraus nehmen. In diesem Sinne schön, dass du mit dabei bist bei unserem heutigen Bible Study.
Wir lesen heute in Markus drei, und zwar die ersten sechs Verse. Wo stehen wir im Bibeltext ungefähr? Wo ist der eingebettet? In dieser Zeit, wo diese sechs Bibelverse eingebettet sind, da haben die Pharisäer Jesus sehr genau beobachtet. Sie wollten nämlich wissen: Ist Jesus der Messias? Kurz bevor diese sechs Verse, die wir heute lesen, geschehen, da ging Jesus und seine Jünger durch ein Weizenfeld. Und dann haben die da so Ähren abgerissen. Es war an einem Sabbat und für die Pharisäer war völlig klar: Was ihr hier tut, ist falsch. Ihr begeht nämlich Sabbatbruch. Jesus hat dann hier sehr dezidiert widersprochen mit diesem bekannten Vers, wo er gesagt hat:
"Der Mensch ist nicht für den Sabbat gemacht, sondern der Sabbat für den Mensch."
Und das ist sehr wichtig jetzt zu verstehen, wenn wir jetzt diese sechs Bibelverse, die vor uns liegen, lesen. Denn genau daran knüpfen diese sechs Bibelverse an.
Ich möchte zum Anfang des Bible Studies mit euch zusammen beten. Dann lesen wir einmal den Text durch und gehen da dann Vers für Vers rein.
Jesus, ich danke dir, dass du derjenige bist, der zu uns redet durch dein Wort. Ich danke dir, dass du jeden Einzelnen siehst, der jetzt hier vor dem Fernseher oder vor dem Bildschirm sitzt. Und ja, danke dir, dass du jeden von uns kennst und dass du weißt, was uns bewegt, was uns beschäftigt. Und ich bitte dich, dass du direkt in unser Leben hineinsprichst durch dein wunderbares und wahres Wort. In Jesu Namen, Amen.
Gut, dann lese ich einmal mit euch den Bibeltext, und zwar Markus drei ab Vers eins. Wir lesen aus der Neuen Genfer Übersetzung.
"Als Jesus ein anderes Mal in die Synagoge ging, war dort ein Mann mit einer verkrüppelten Hand. Die, die einen Vorwand suchten, um Jesus anklagen zu können, beobachteten aufmerksam, ob er ihn am Sabbat heilen würde. Steh auf und komm nach vorne, sagte Jesus, dem Mann mit der verkrüppelten Hand. Und den anderen stellte er die Frage: Was ist richtig? Am Sabbat Gutes zu tun oder Böses? Einem Menschen das Leben zu retten oder ihn zu töten? Sie schwiegen. Er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und zugleich tief betrübt über ihr verstocktes Herz. Dann befahl er dem Mann: Streck deine Hand aus. Der Mann streckte die Hand aus und sie war geheilt. Die Pharisäer jedoch fassten, sobald sie die Synagoge verlassen hatten, zusammen mit den Anhängern des Herodes den Plan, Jesus zu beseitigen."
Soweit mal diese sechs Bibelverse. Und jetzt schauen wir uns das Vers für Vers an. Erster Vers:
"Als Jesus ein anderes Mal in die Synagoge ging, war dort ein Mann mit einer verkrüppelten Hand."
Also es war wieder Sabbat, dieser heilige Tag der Juden, dieser siebte Tag, dieser Ruhetag. Und Jesus war in der Synagoge nicht einfach als Besucher, sondern als Lehrer. Das lesen wir nicht hier in diesem Text, sondern wir lesen das im Lukasevangelium. Es ist ja so, dass sowohl Matthäus als auch Markus und auch Lukas genau diese Geschichte, die wir heute lesen, berichten. Jedoch jeder von diesen Evangelisten aus einer anderen Perspektive, aus einem anderen Blickwinkel. Und Lukas sagte eben, Jesus war in, an diesem Sabbat in der Synagoge, um zu lehren.
Jetzt lesen wir hier, dass da ein Mann war mit einer verkrüppelten Hand. Das hört sich ein bisschen heftig an, ne? Heute würde man, glaube ich, nicht sagen, du, du hast eine verkrüppelte Hand. Man würde das vielleicht heute anders artikulieren. Das griechische Wort, das Neue Testament wurde ja in Griechisch geschrieben, das griechische Wort, das hier dann in Deutsch mit verkrüppelt übersetzt wurde, hier in der Neuen Genfer Übersetzung oder zum Beispiel in der Lutherbibel, die hier vor mir liegt. Da heißt es, äh, steht nicht verkrüppelt, sondern verdorrt. Also noch mal 'ne andere Übersetzung, aber das griechische Wort, ja, das würde wahrscheinlich am ehesten ausdrücken vertrocknet. Also du kannst dir wie so einen vertrockneten Ast vorstellen oder eben verdorrt. Am besten finde ich, die besten Übersetzung wäre wahrscheinlich erstarrt. Also der hatte 'ne gelähmte Hand. Ich weiß nicht, wie man sich das vorstellen konnte. Die, der konnte die einfach nicht bewegen. Das war jetzt nicht 'ne tödliche Krankheit, wie zum Beispiel, wenn er irgendwie 'ne, 'ne schwere Krebsdiagnose gehabt hätte. Und es war auch nicht so 'ne wirklich massive Einschränkung, wie wenn er blind gewesen wäre oder gelähmt. Aber doch, es war etwas, das ihn belastete und das auf seinem, ja, das ihn in seinem Leben herausforderte. Etwas, das ihn behinderte, um das mal mit diesem Wort zu sagen.
In Vers zwei lesen wir:
"Die, die einen Vorwand suchten, um Jesus anklagen zu können, beobachteten aufmerksam, ob er ihn am Sabbat heilen würde."
Wer waren die, die einen Vorwand suchten, um Jesus anzuklagen? Wer waren die, die, wie es hier in der Lutherbibel noch mal anders übersetzt heißt, die auf ihn lauerten. Na, das waren die Pharisäer. Aber jetzt sagst du:
"Wer sind denn die Pharisäer?"
Vielleicht bist du jetzt jemand, der noch nicht so bibelbelesen ist oder du bist 'n Bibellese-Einsteiger und du sagst:
"Ja, Pharisäer hab ich auch schon mal gehört. Irgendwie im Zusammenhang, ist ja so im Volksmund, das sind die Heuchler."
Aber wer waren die wirklich? Du musst wissen, zur Zeit von Jesus, da gab es unterschiedliche Gruppierungen. Und die Pharisäer, das war eine religiöse Gruppierung, die sich auf die Fahne geschrieben hat, die Tora, also die Schrift, das schriftliche Gesetz, ähm, in der Bibel, respektive das schriftliche Gesetz des Mose, diese Tora wirklich eins zu eins einzuhalten und nicht nur das schriftliche Gesetz. Die Pharisäer glaubten auch, dass Mose auf dem Berg Sinai noch ein mündliches Gesetz bekommen hat. Später nannte man das die Mischna, aber damals noch nicht. Damals hieß es einfach das mündliche Gesetz, die Überlieferung der Ältesten. Und die Pharisäer, die waren auch darauf erpicht, diese mündliche Überlieferung wirklich eins zu eins einzuhalten. Das war so ihr Ding.
Dann gab es zum Beispiel noch andere Gruppierungen, wie zum Beispiel die Sadduzäer. Von denen liest man manchmal auch in der Bibel. Das war so ein bisschen die gesellschaftliche Elite. Die Sadduzäer, die hatten den Tempeldienst unter sich. Die waren jetzt, ähm, relativ rational unterwegs. Also die glaubten zum Beispiel nicht an Engel oder Dämonen. Dann gab's noch die Essener. Das, das waren, den würde man heute Mönche sagen. Die haben sich zurückgezogen, um sich möglichst reinzuhalten von der Sünde der Welt, damit wenn dann der Messias kommt, damit sie ready sind. Johannes der Täufer zum Beispiel war ein Essener, vermutet man. Dann gab's zum Beispiel noch die Zeloten. Die Zeloten, das war so 'ne eher 'ne politische Gruppierung, die eigentlich mit Aktivismus die Römer aus dem Land werfen wollten. Dann gab's die Herodianer, auf die kommen wir heute auch noch zu sprechen. Die haben wir, als wir den Text durchgelesen haben, von denen auch gehört. Die Herodianer, das war eigentlich 'ne politische Partei, nämlich diejenigen, die dem König Herodes Agrippa so ein bisschen die Stange gehalten haben. Und dann gab's natürlich auch noch die Jünger neuerdings, also die Nachfolger von Jesus. Und es gab eben die Pharisäer.
Und diese Pharisäer, also die eben wollten, die, die, die wollten, dass die Tora möglichst genau eingehalten wird, die lauerten hier, dass Jesus einen Fehler machen würde. Und sie hatten auch schon eine klare Vorstellung, was für ein Fehler das sein würde. In der Tora, in den fünf Bücher Mose, da steht nämlich, man darf am Sabbat nicht arbeiten. Das ist ein sehr wichtiges Gebot. An diesem siebten Tag, an diesem Ruhetag, darf man nicht arbeiten. Das steht da relativ nüchtern drin. Wenn man dann aber das mündliche Gebot anschaut, das die Pharisäer auch sehr, sehr hochgehalten haben, dann steht in diesem mündlichen Gesetz des Mose, steht, dass dann noch sehr detailliert, was man alles am Sabbat nicht tun darf. Man darf dann eben unzählige Sachen nicht tun, wie zum Beispiel durch ein Weizenfeld gehen und Ähren abreißen, reißen oder einen kranken Menschen heilen. Ne, das war so ihre Überzeugung, das war ihnen ganz wichtig und sie haben gelauert, ob Jesus diesen Mann heilen würde, denn dann hätten sie ihn des Sabbatbruchs anklagen können.
Als ich diesen Text so gelesen habe, da wurde mir so bewusst: Hey, wir sind ja diejenigen oft, die die Pharisäer so ein bisschen von oben herab behandeln. Wir sagen immer, die anderen sind die Pharisäer, aber wenn wir ganz ehrlich sind, dann sind wir selber doch manchmal auch Pharisäer. Ich beobachte uns Christen und da nehme ich mich selbst auch mit rein, wie wir sehr oft uns auch auf die Lauer legen und Menschen beobachten. Glauben die Menschen richtig? Glauben sie so, wie wir finden, dass man glauben müsste? Sind die nicht ein bisschen zu extrem, zu fundamentalistisch? Sind die nicht ein bisschen zu lauwarm, zu lax in ihrem Glauben? Und ja, dabei, während wir uns so auf die Lauer legen und andere Menschen verurteilen, vergessen wir den Menschen. Wir nehmen dann so unsere Glaubensüberzeugung, stellen sie ganz hoch und vergessen dabei den Menschen, der dahinter steht. Ne, unsere Lehrmeinung ist uns dann einfach viel wichtiger. Und ja, das war auch bei den Pharisäern so, auch die Pharisäer, die, denen war das Gesetz ganz wichtig, aber die haben den Menschen vergessen, diesen Menschen mit der verdorrten Hand. Aber Jesus hat diesen Menschen nicht vergessen. Das lesen wir hier im dritten Vers. Jesus sagte nämlich zu ihm:
"Steh auf und komm nach vorne", sagte Jesus zu dem Mann mit der verkrüppelten Hand.
Hier in der Lutherbibel steht sogar noch:
"Er stellte sie in die Mitte."
Ne, und ich finde, das ist so 'ne starke Symbolik. Jesus stellt hier die Prioritäten klar. Er stellt diesen Mann in die Mitte und er sagt: "Hey Leute, es geht nicht primär um das Sabbatgesetz. Es geht um diesen Menschen." Jesus sieht nicht primär die Gebote, sondern er sieht primär den Menschen. Und er sieht auch dich, der du jetzt hier zuschaust. Er sieht dich. Du bist nicht einfach nur ein Zufallsprodukt der Natur. Du bist nicht einfach nur irgendwie so eine kleine Nummer in einem großen Universum. Jesus kennt dich und er kennt auch all deine Nöte.
Denn wenn wir ehrlich sind, dann sind viele, viele von uns eigentlich genauso wie dieser Mann mit dieser verkrüppelten Hand. Vielleicht haben wir nicht so eine verdorrte, erstarrte Hand, aber solche Herausforderungen in unserem Leben, die jetzt vielleicht nicht tödlich sind oder existenzbedrohend, aber die uns belasten und uns herausfordern, solche Herausforderungen kennen sehr viele Menschen von uns. Ich hab kürzlich gelesen, dass über oder Nee, nicht über. Ich glaube, f-, knapp fünfzig Prozent der Deutschen oder respektive der, der Einwohner Deutschlands an chronischen Erkrankungen leiden. Fünfzig Prozent von uns haben eine chronische Erkrankung und sieben Prozent ungefähr in Deutschland kämpfen mit chronischen Schmerzen, die wirklich sehr herausfordernd sind. Also Migräneattacken oder Rückenschmerzen, die einfach nicht mehr weggehen und die uns wirklich behindern in unserem Leben. Viele Menschen haben Angstzustände. Ich hab gerade kürzlich in einem Livestream hat mir jemand in den Chat reingeschrieben:
"Ich, ich fühle mich immer so beklemmt und ich kann dann kaum atmen. Kannst du für mich beten?"
Und mir war sofort bewusst, das hört sich sehr stark nach einer Panikattacke an. Viele Leute kämpfen mit Panikattacken in ihrem Leben, teilweise völlig von außen betrachtet ohne Grund. Viele Leute, zehn Prozent habe ich gelesen, in Deutschland kämpfen mit einer Depression. Viele Menschen kämpfen auch mit einer Suchterkrankung, zum Beispiel mit diesem, mit dieser Seuche des Alkohols, ne, wo sie einfach nicht mehr davon loskommen und immer Alkohol trinken müssen oder 'ne andere Droge sich reinhauen müssen, um irgendwie durch diese, durch dieses Leben zu kommen. Auch Einsamkeit ist so 'ne, so 'ne Behinderung oder ich sage jetzt bewusst mal Behinderung, so 'ne, 'ne Herausforderung, so 'ne erstarrte Hand, die wir in unserem Leben haben. Neunzehn Prozent der Deutschen, so habe ich mir sagen lassen, kämpfen mit Au.., mit Einsamkeit. Aber auch Streit, zerstörte Beziehungen ist etwas, das in unserem, in unserem Land oder in unseren Ländern sehr, sehr stark verbreitet ist.
Und Gott sieht das und das ist ihm nicht unbe-, unbekannt, dass du das hast. Und ihm geht es nicht primär darum, dass du all seine Gebote erfüllst und ein mö.., ein möglichst vorbildlicher Gläubiger bist, bis er irgendwann mal auf dich aufmerksam wird. Klar, Gott, der möchte angebetet werden. Ich glaube, das ist das Wichtigste überhaupt. Gott möchte der König sein, der Herr aller Herren. Und eines Tages werden sich alle Knie vor ihm beugen. Und es ist auch wichtig und das lesen wir in der Bibel oft, dass Gott auch wichtig ist, dass wir ihm gehorsam sind, dass wir nicht einfach unser eigenes Ding tun, dass wir rebellisch sind und unseren eigenen Weg gehen. Aber ich sage dir, die erste Priorität ist nicht die Regel, das Gebot, das Gesetz. Die erste Priorität für Gott, das bist du. Und das ist auch bei diesem Mann hier sehr stark sichtbar, der in Gefahr steht, irgendwie Teil dieses Sabbatbruchs zu werden. Jesus nimmt ihn und stellt ihn hier in die Mitte.
Und dann lesen wir, wie Jesus hier diese Frage stellte:
"Was ist richtig? Am Sabbat Gutes zu tun oder Böses? Einem Menschen das Leben zu retten oder ihn zu töten? Sie aber schwiegen."
Die Pharisäer, die sagten jetzt: "Nee, nee, nee, nee. Also heilen darf man den nicht am Sabbat. Das kannst du die ganze Wuch, Woche tun, aber nicht am Sabbat." Denn was die Pharisäer überzeugt waren, eben von ihrem mündlichen, von ihrer mündlichen Tora, von ihrem mündlichen Gesetz, waren sie überzeugt, man darf zwar heilen am Sabbat, aber nur, wenn diese Person, ähm, irgendwie am Leben bedroht ist. Also 'ne, nur 'ne Heilung, die lebenserhaltend ist, ist erlaubt. Aber in diesem Fall ist das ja überhaupt nicht so, ne. Du würdest ihn ja einfach heilen.
Und Jesus stellt ihnen hier die Gegenfrage und sagt:
"Aber, ihr Lieben, ist es denn falsch, am Sabbat Gutes zu tun?"
An einer anderen Stelle, ich habe euch ja gesagt, dass verschiedene Evangelisten über diese Geschichte berichten. Der Matthäus zum Beispiel, der schreibt, dass Jesus in diesem Kontext noch zu den Pharisäern gesagt hat:
"Welcher Mensch ist unter euch, der ein Schaf hat, und wenn dieses am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und heraufzieht? Und wie viel wertvoller ist nun ein Mensch als ein Schaf? Darum ist es wohl erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun."
Jesus, der sagt's hier ganz klar. Einmal mehr, ich wiederhole mich hier. Jesus sagte:
"Der Mensch ist unendlich wertvoll."
Du auch, der du zuschaust heute auf dieser, in dieser Sendung dir anschaust, du bist unendlich wertvoll und Gott kennt dich und er sieht all deine Herausforderungen. Und so hat Jesus gesagt:
"Ihr Lieben, ist es nicht viel wichtiger, dass es diesem Menschen gut geht, dass er gesund wird, gerettet, geheilt und befreit? Ist das nicht viel wichtiger, als dass wir unsere Gesetze minutiös einhalten?"
Denkt ihr nicht auch, Gott wäre das viel wichtiger? Würdet ihr nicht selbst ein Tier von euch aus der Grube retten am Sabbat, wenn's ihm schlecht geht, aber diesen Mann nicht, weil es euch so wichtig ist, eure Gesetzlichkeit einzuhalten?
Und dann lesen wir hier, die Antwort der Pharisäer war eben keine Antwort. Es heißt hier, sie schwiegen. Ja, die Pharisäer schwiegen. Warum? Weil sie, sie haben gewusst, Jesus hat recht. Eigentlich hätten sie sagen müssen:
"Stimmt, Jesus, hast recht."
Aber wenn sie das getan hätten, dann hätten sie sich natürlich blamiert und sie hätten gezeigt, dass ihr mündliches Gebot nicht übereinstimmt mit dem schriftlichen Gesetz der Tora. Ne, sie hätten zugeben müssen, dass all diese tausend Regeln, die da selbst gebaut wurden von Menschen, dass die eigentlich nicht dazu da sind, um den Mensch zu segnen, um ihm ein gutes Leben zu geben, sondern um ihn zu knechten.
Ja, und dann lesen wir, dass Jesus ein bisschen emotional wurde, hier in diesem Vers. Da steht:
"Jesus sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und zugleich tief betrübt über ihr verstocktes Herz. Dann befahl er dem Mann: 'Streck deine Hand aus.' Der Mann streckte die Hand aus und sie war geheilt."
Ja, Jesus, der sah sie der Reihe nach an und er war voller Zorn und tief betrübt. In, äh, über ihr Herz, heißt es hier. Ja, er war, warum war er betrübt? Weil er direkt in ihr Herz reingesehen hat. Jesus sieht in dein Herz rein, er sieht ins Herz dieser Pharisäer rein und er sieht auch in unser Herz rein. Nichts ist ihm verborgen. Und was er da bei den Pharisäern gesehen hat, das hat ihn betrübt, zutiefst. Und es hat ihn auch zornig gemacht. Warum? Weil dieses Herz, das war verstockt. Das Herz, musst du wissen, das ist ja auch bei uns Menschen ist das etwas, nicht einfach nur ein Organ, das irgendwie Blut pumpt. Unser Herz, das hat ja irgendwie 'ne tiefere Bedeutung bei uns und auch bei den Juden ist das so: Das Herz ist eigentlich das Zentrum des Menschen. Im Herz, gemäß jüdischem Verständnis, sitzt der Verstand des Menschen. Da sitzt die Erkenntnis, der Wille sitzt da drin, ne. Und Jesus, der hat hier erkannt, dieses Herz, das ist verstockt. Dieser Wille, dieser, dieser Sitz des Menschen, diese, diese Steuerzentrale des Menschen, wenn man so sagen will, ist verstockt. Und was bedeutet verstockt? Es bedeutet einfach hart, empfindungslos, widerspenstig, nicht empfänglich für Gottes Einfluss. Und das hat Jesus betrübt, als er das gesehen hat. Warum hat ihn das betrübt? Na ja, ganz einfach, weil hier ging's ja nicht einfach darum, dass die Pharisäer irgendwie uneinsichtig waren bezüglich des Gesetzes und irgendwie 'ne, 'ne Regel anders interpretiert haben. Nein, hier ging's wieder, es ging um diesen Mann mit der verdorrten Hand und das war Jesus. Dieser Mann war Jesus unglaublich wichtig. Dieser Mann war ja sein Kind, seine Schöpfung. Jesus selbst ist ja Gottes Sohn. So, dieser Mann bedeutet Jesus unendlich viel und deswegen war Jesus sauer.
Und ich glaube, wir können hier wirklich 'ne Botschaft auch für uns rausnehmen. Vielleicht bist du jemand, der sich jetzt heute nach diesem Bible Study am ehesten mit den Pharisäern identifiziert hat. Du hast gemerkt, hey, stimmt, ich bin eigentlich so jemand, der, der irgendwie so gesetzlich geworden ist, dass ich den Menschen darin vergessen habe. Und wenn das bei dir so ist, wenn du entdeckt hast, hey, ich hab tatsächlich so 'n weiches Herz, ich dachte immer, die anderen sind die Pharisäer, aber eigentlich bin ich es ja. Wenn das bei dir so ist, dann möchte ich dich ermutigen, dann kehre um. Komm zu Jesus mit diesem harten Herzen und sag:
"Hey, es tut mir leid, ich hab mich da verrannt und ich hab erkannt, dass ich falsch liege. Und ich möchte wieder diese Barmherzigkeit von dir in meinem Herzen haben. Ich möchte wieder verstehen, was es heißt, dass Barmherzigkeit wichtiger als das Opfer ist, so wie es auch in der Bibel steht. Bitte nimm mein hartes Herz und ersetze es mit deinem weichen Herzen."
Vielleicht bist du aber auch eher die Person, die sagt:
"Hey, ich identifiziere mich eher mit diesem Mann, mit dem verstockten Herzen. Ja, als Gabriel gesagt hat, dass wir all diese Herausforderungen mit uns rumtragen, da hab ich mich wiedererkannt."
Und wenn das bei dir so ist, dann möchte ich dich ermutigen, komm zu Jesus. Bring ihm all deine Schuld, all deine Last, all deine Herausforderungen, all deine Krankheit, all deine Nöte. Bring sie zu Jesus. Vertrau ihm dein Leben an und vertraue darauf, dass er es gut meint mit dir, dass er dich retten, heilen und befreien will. Und wenn du das tust, dann glaube ich, wird dir dasselbe passieren wie auch diesem Mann, wo wir hier lesen, dass Jesus diesen Mann einfach geheilt hat.
Und damit will ich jetzt nicht sagen, dass Jesus oder dass jeder, der zu Jesus kommt und um Heilung bittet für ein körperliches Gebrechen, automatisch geheilt wird. Nein, Gott ist ja kein Kaugummiautomat. Er ist Gott, er ist souverän. Aber wir dürfen mit unseren Nöten zu Jesus kommen und wir dürfen darauf vertrauen, dass er uns hilft. Allerspätestens wird er unseren Körper im Himmel wiederherstellen.
Ja, und dann lesen wir hier im letzten Vers:
"Die Pharisäer jedoch fassten, sobald sie die Synagoge verlassen hatten, zusammen mit den Anhängern des Herodes den Plan, Jesus zu beseitigen."
Ja, also die Pharisäer, die, ihr Herz blieb verstockt offensichtlich und sie sind dann sogar so weit gegangen, dass sie diese unheilige Allianz mit den Herodianern eingegangen sind. Du musst wissen, die Herodianer, diese, ähm, Parteigänger des König Herodes. Der König Herodes war ja ein Vasallenkönig der Römer. Die Herodianer und die Pharisäer waren überhaupt nicht Freunde. Das waren eigentlich Feinde. Aber hier greift dann dieser weltbekannte Satz, dieser, dieses Sprichwort:
"Der Feind meines Feindes ist mein Freund."
Na ja, und so haben die Pharisäer dann den Entschluss gefasst, Jesus zu töten.
Was haben wir heute gelernt? Was haben wir heute hier in der Bibel gelesen? Jesus begegnete an, in der Synagoge an einem Sabbat diesem verkrüppelten Mann. Wir haben gesehen, dass auch wir Menschen mit vielen Herausforderungen kämpfen. Die Pharisäer, die lauerten, ob Jesus das Sabbatgesetz brechen würde und wir haben uns dann überlegt: Wo lauern wir? Auf andere Menschen. Na ja, und die Pharisäer und auch wir, wenn wir lauern, die haben nur ihre Gesetzlichkeit gesehen, haben darüber aber den Menschen vergessen. Jesus hat den Menschen aber nicht vergessen. Er hat ihn in die Mitte gestellt und einmal mehr kommt hier nochmals dieser Ausspruch von Jesus sehr stark zum Tragen:
Nicht der Mensch ist für den Sabbat gemacht, sondern der Sabbat ist für den Mensch gemacht.
Ja, ihr Lieben, das war's für heute vom Bible Study. Nächstes Mal geht's weiter im Text. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und bis dann. Tschüss.
Immer wieder schreiben uns Menschen, wie sehr sie durch unser gemeinsames Bibellesen, durch Bible Study gesegnet wurden. Und vielleicht würdest auch du das sagen. Wenn das so ist, dann schreib auch du uns gerne eine Nachricht. Das ermutigt mich und auch das ganze Team, das hinter der Sendung steht. Übrigens, diese Sendung, die ist komplett spendenfinanziert. Wir freuen uns über jeden von euch, der sich nach seinen Möglichkeiten mit einer kleinen oder großen Spende an den Produktionskosten beteiligt. Danke für alles, was du gibst.
Automatisch transkribiert durch KI
Zusatzinformationen
Serie: BIBLE STUDY mit Gabriel Häsler
Genre: Ratgeber