Markus 2,23-28: Warum Jesus den Sabbat brach
Die Jünger von Jesus essen am Sabbat Ähren vom Feld - und sofort schlagen die Pharisäer Alarm. Jesus macht klar: Gottes Gebote sollen dem Menschen dienen und ihn nicht knechten. Und dann sagt er etwas Gewaltiges: Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.
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Transkript
Moin, Servus und Grüezi, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüße euch ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe von Bible Study. Hundert Prozent biblisch, geisterfüllt mit Jesus im Zentrum. Wir lesen heute gemeinsam in der Bibel, dem einzigen Buch auf der Welt, das von Gott höchstpersönlich geschrieben wurde. Gott verfolgt ja mit der Bibel eigentlich primär drei Ziele. Erstens möchte uns Gott durch die Bibel zeigen, wer er wirklich ist. Wir Menschen, wir haben ja die Tendenz, Gott so hinzubiegen, wie wir ihn gerne hätten, wie er entsprechend unserem Weltbild sein sollte. Aber die Bibel, na ja, die ist nicht vom Zeitgeist und von der öffentlichen Meinung korrumpiert. Sie zeigt uns, wie Gott schon immer war und wie er immer sein wird.
Zweitens möchte uns Gott durch die Bibel zeigen, welche Auswirkungen es hat, ob wir mit ihm oder ohne ihn leben. Die Bibel ist ja Gottes Geschichte mit uns Menschen. Und drittens möchte uns Gott durch die Bibel zeigen, wie wir so leben können, damit es ihm gefällt. Die Bibel, die enthält mehr als viertausend Gebote und Regeln. Viele davon sind an die Menschen früher gerichtet, an die Juden damals, und viele sind für uns Menschen jetzt im einundzwanzigsten Jahrhundert gar nicht mehr relevant, aber einige schon. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass Gott all diese Gebote nicht erlassen hat, um uns Menschen zu knechten. Nein, diese Gebote, die sind dazu da, damit wir in einer gesunden Beziehung mit Gott, mit unseren Mitmenschen und natürlich auch zu uns oder mit uns selber leben können. In diesem Sinne schön, dass du mit dabei bist bei unserem gemeinsamen Bible Study.
Wir lesen heute im Markus-Evangelium, dieser Jesus-Biografie, im zweiten Kapitel, die Verse dreiundzwanzig bis achtundzwanzig. Und es ist immer gut, so 'n bisschen zu verstehen, wo ist dieser Bibeltext eingebettet. Das würde ich dich sowieso ermutigen. Wenn du in der Bibel liest, dann lies nicht nur einfach isoliert einige Verse, sondern schau immer an, was ist vorher, was ist nachher? An wen richtet sich dieser Text? Eben, wo ist er eingebettet? Wir sind jetzt im Markus, Kapitel zwei, aber da ist schon einiges passiert, ne. Jesus, der befindet sich gerade in Galiläa. Das ist der nördliche Teil von Israel und er reist da umher und erzählt den Menschen die freimachende Botschaft des Evangeliums und heilt sie und treibt Dämonen aus.
Jetzt kurz vor diesem Text, den wir heute lesen, da gab es eine Kontroverse um das Thema Fasten. Die Pharisäer, die damaligen Theologen und Schriftgelehrten, die haben nämlich Jesus gesagt:
"Sag mal, warum fasten eigentlich die Jünger des Johannes? Warum fasten die Jünger der Pharisäer? Aber deine Jünger fasten nicht."
Und die Antwort von Jesus, die hat es hier wirklich in sich. Jesus antwortete ihnen:
"Wie können meine Jünger jetzt fasten, während ich bei ihnen bin? Wenn der Bräutigam bei den Leuten ist am Hochzeitsfest, dann fasten ja die Gäste dieses Hochzeitsfestes auch nicht."
Und was Jesus hier eigentlich zum Ausdruck bringen wollte, war: Leute, es wird in ferner Zukunft ein Hochzeitsfest geben. Die Bibel braucht dieses Bild oft, um zu zeigen, wie es sein wird am Ende der Tage, wenn wir einmal im Himmel sein werden. Da bringt die Bibel oft dieses Bild eines Hochzeitsfestes, eine rauschende Party. Jesus ist der Bräutigam. Wir als erlöste Christen sind die Braut und wir werden feiern ohne Ende. Der Wein wird nicht ausgehen, heißt es hier in der Bibel. Und Jesus sagt jetzt hier spannenderweise: Jetzt bin ich für einen kurzen Moment, besuche ich mein Volk. Und in dieser Zeit vergleicht er es eben schon mit so 'nem Vorgeschmack von diesem Hochzeitsfest. Und er sagt:
"Wie können sie fasten, während ich hier bin? Es kommt die Zeit, wo ich wieder weg bin, und dann werden sie fasten."
Und dann sieht man eigentlich, ja, diese Zeit, die kam später. Jesus ging ja zurück zu seinem Vater in den Himmel. Und jetzt sind wir in dieser Zeit, in der Jesus weg ist und in der wir als Christen fasten. Nicht aus Gesetzlichkeit, das sagt Jesus hier auch noch sehr prägnant mit diesem Beispiel vom alten Kleid, wo man keinen neuen Stoff als Flicken drauf macht, oder von diesen alten Weinschläuchen, wo man keinen neuen Wein reingießt. Nein, wir, wir fasten nicht aus Gesetzlichkeit. Wir halten die Gebote Gottes nicht aus Gesetzlichkeit, sondern aus Liebe. Wir sind frei. Jesus hat für uns bezahlt. Wir stehen nicht mehr unter dem Gesetz, aber wir tun die Gebote Gottes, weil wir Gott lieben.
Ja, und da steigen wir jetzt ein, so in dieser Kontroverse. Oder wir kommen direkt aus dieser Kontroverse raus und lesen miteinander die folgenden sechs Bibelverse. Ich werd zuerst noch beten, dass der Heilige Geist zu uns spricht.
Jesus, ich danke dir von ganzem Herzen für dein Wort. Ich danke dir dafür, dass du uns dein Wort gegeben hast, um uns zu leiten durch unser Leben, um uns zu zeigen, wer du wirklich bist. Und ja, um uns einfach vor Augen zu führen, wie wir leben sollen, damit es dir gefällt. Und ich bitte dich, dass du jetzt heute direkt in unser Herz hineinsprichst. Du kennst jeden Einzelnen, der jetzt vor dem Bildschirm sitzt und sich dieses Bible Study anschaut. Ich bitte dich, dass du jedem von uns genau an dem Punkt begegnest, wo wir es brauchen. Rede du zu uns, Geist Gottes. Amen.
Amen. So, dann lass uns einmal durch den Bibeltext hindurch lesen. Wir starten beim Vers dreiundzwanzig im zweiten Kapitel des Markus-Evangeliums.
"An einem Sabbat ging Jesus durch die Felder. Seine Jünger fingen an, am Weg entlang Ähren abzureißen und Körner zu essen. Da sagten die Pharisäer zu ihm: "Hast du gesehen, was sie da tun? Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt." Jesus entgegnete: "Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter nichts zu essen hatten und Hunger litten? Wie er damals zur Zeit des Hohepriesters Abjata ins Haus Gottes ging und von den geweihten Broten aß, von denen doch nur die Priester essen durften und wie er auch seinen Begleitern davon gab?" Und Jesus fügte hinzu: "Der Sabbat ist für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat. Darum ist der Menschensohn auch Herr über den Sabbat."
Also sehr spannender, sehr wieder ein spannender Diskurs, in den wir hier einsteigen und wir gehen gleich zum ersten Vers. Also im ersten Vers heißt es hier Jesus und seine Jünger, die gingen durch irgendein Weizenfeld und die Jünger, die hatten Hunger und rissen Ähren ab und aßen die. Also an einer anderen Stelle in Lukas Evangelium, da wird dieselbe Geschichte auch beschrieben und da heißt es noch, sie haben diese Ähren zerrieben, ne, um den Spreu vom Weizen sozusagen zu trennen und oder um es zu dreschen. Und dann haben sie wahrscheinlich, äh, mit so mit Luft von ihrem Mund haben sie dann so den Spreu weggeblasen und haben dann diese Weizen gegessen.
Und so der erste Gedanke, der mir eigentlich kommt, wenn ich das so lese, ist: Hey, waren die Jünger von Jesus Diebe? Darf man das einfach durch ein fremdes Feld gehen und irgendwie von diesen Ähren abpflücken? Ich habe gerade kürzlich ein Video gesehen von einer deutschen jungen Frau, die in die Schweiz ausgewandert ist und die stand dann so neben einem vollen Kirschenbaum. Und dann hat sie so in diesem Video gesagt:
"Hey, ich brauche die Hilfe von euch Schweizern. Ist es erlaubt, hier einfach Kirschen zu pflücken? Ist ja nicht mein Baum, aber ich stehe da auf der Straße. Darf ich das machen?"
Tatsächlich gab es bei uns in unseren breiten Graben gab es eine Zeit lang ein Gebot, dass man nämlich das tun darf. Man hat dem gesagt Mundraub. Aber die Gesetzeslage aktuell ist so, dass es nicht mehr erlaubt. Also weder in der Schweiz noch in Deutschland noch in Österreich wäre es erlaubt, durch ein Weizenfeld zu gehen und Ähren abzureißen und die selbst zu essen. Es ist auch nicht erlaubt, irgendwie, äh, an der Straße Äpfel zu pflücken bei einem Baum oder Kirschen zu pflücken. Ne, das ist verboten.
Jetzt stellt sich natürlich hier die Frage, ist das auch, haben, haben die Jünger dann hier was Illegales gemacht? War es auch das, was die Pharisäer eigentlich geärgert hat? Spannenderweise ist das nicht so. Wir lesen nämlich in der Tora, also im Gesetzbuch der Juden, im fünften Buch Mose, im 23. Kapitel Vers fünfundzwanzig lesen wir etwas Spannendes. Da steht nämlich ein Gesetz:
"Wenn du in den Weinberg deines Nächsten gehst, magst du Trauben essen nach deinem Begehren, bis du satt bist, aber du sollst nichts in dein Gefäß tun."
Und jetzt der nächste Vers, der betrifft genau die Jünger:
"Wenn du in das Getreidefeld deines Nächsten gehst, darfst du mit der Hand Ähren abrupfen, aber die Sichel sollst du nicht schwingen über dem Getreidefeld des Nächsten."
Also hier gibt's offensichtlich in der Tora ein ganz klares Gesetz, dass man darf das. Man darf, um wenn man selbst Hunger hat, im Feld von irgendjemandem einen Apfel pflücken oder eben Ähren pflücken oder eben Trauben pflücken. Das war tatsächlich erlaubt. Also das scheint nicht das Problem gewesen zu sein zur damaligen Zeit. Was war denn das Problem? Das lesen wir hier. Da sagten die Pharisäer zu Jesus:
"Hast du gesehen, was sie da tun? Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt."
Ah, das Problem der Pharisäer war nicht der Mundraub, den hier die Jünger begangen haben, sondern dass sie es am Sabbat gemacht haben. Auch hier können wir wieder in das Gesetzbuch der Juden, also im Alten Testament, gehen, in die Tora, und zwar in den, in, äh, das zweite Buch Mose. Da lesen wir nämlich, dass es verboten ist, am Samstag zu arbeiten. Und zwar lesen wir aus dem zweiten Mose vierunddreißig in Vers einundzwanzig sehr eindrücklich. Da steht:
"Sechs Tage sollst du arbeiten, am siebten Tag sollst du ruhen. Auch in der Zeit des Pflügens und des Erntens sollst du ruhen."
Also das Gebot hier ist, würde ich jetzt mal sagen, relativ oberflächlich gehalten. Es steht einfach, das ist das Grundprinzip, das Gott schon bei der Schöpfung eingesetzt hat. Sechs Tage sollen wir Menschen arbeiten. Das gehört zu unserem Leben dazu. Das gibt uns auch Erfüllung, ne. Und am siebten Tag aber sollen wir ruhen und sollen wir uns auf Gott fokussieren. Es heißt hier dann noch so als Zusatz, auch in der Erntezeit, also selbst dann, wenn's wirklich dringend ist, sollen wir einen Tag Auszeit machen. Also dahingehend, das, was die Jünger hier getan haben, gemäß der Tora Ähren abreißen, das war nicht verboten. Ne. Das ist etwas, das absolut legitim war.
Jetzt ist es aber so, dass die Rabbiner und die Pharisäer hier nicht nur die Tora zur Rate gezogen haben, sondern die hatten noch zusätzliche Regeln, ähm, die Jesus eigentlich nicht akzeptiert hat. Und da möchte ich jetzt mal kurz mit euch in einen kurzen Exkurs einsteigen. Welche Regeln hatten denn die Pharisäer noch respektive welche heiligen jüdischen Schriften gibt es überhaupt? Ne, wenn du dich ein bisschen mit dem Christentum auskennst, dann weißt du Die Christen haben einfach die schriftliche Bibel. Die besteht aus dem Alten Testament und aus dem Neuen Testament. Das Alte Testament ist der ganze Teil, bevor Jesus auf die Erde kam, also von Jesus rückwärts. Und das Neue Testament, das startet mit dem Beginn von Jesus Dienst auf dieser Welt oder mit, mit seiner Geburt.
Jetzt die Juden, die haben noch mehr. Einerseits haben die Juden, ich blende euch das gleich hier mal ein, sie haben auf der einen Seite die schriftliche Bibel, sage ich jetzt dem mal. Das nennt sich Tanach. Der Tanach, der beinhaltet einerseits die Tora, das sind die ersten fünf Bücher Mose, also das, das Gesetz, das Mose auf dem Berg bekommen hat, und dann auch noch die prophetischen Bücher und auch noch die Schriften nennen sie, nennen sie das. Also eben zum Beispiel die Schriften wären Psalmen oder Sprüche, die prophetischen Bücher, Jesaja. Ne? Das ist die schriftliche Bibel.
Und dann haben die Juden aber auch noch, ich sage das jetzt mal ein bisschen salopp, eine mündliche Bibel und das nennt sich Talmud. Der Talmud, der besteht aus zwei, äh, Unterbereichen. Einerseits der Mischna und andererseits der Gemara. Was, ähm, hat es damit auf sich? Die Mischna, das ist eigentlich eine mündliche Überlieferung. Die Juden, die glauben, dass Mose auf dem Berg nicht nur das schriftliche Gesetz von Gott bekommen hat, also das zum Beispiel die zehn Gebote beinhaltet, sondern sie glauben, Gott hat dem Mose auch noch ein mündliches Gesetz, äh, mitgegeben, das weit über dieses schriftliche Gesetz, das eben die fünf Bücher Mose beinhaltet, hinausgeht. Und das ist eben, das nennt sich die Mischna. Das sind ganz viele detaillierte Verbote drin, die sich, ähm, immer stützen auch auf die Tora. Also die nehmen Gebote der Tora und ergänzen die dann zusätzlich noch. Ne? Und die Gemara, das ist eigentlich nochmals die Auslegung der Mischna. Hier wird es dann ein bisschen kompliziert. Das lasse ich jetzt mal beiseite.
Also du siehst, die Juden, die haben noch einen, ein zweites Buch und Jesus, auch vereinfacht gesagt, der war eigentlich auf Kriegsfuß mit dieser mündlichen Überlieferung. Wenn er mit den Pharisäern gestritten hat, dann ging es oft darum, dass Jesus sich einfach auf das schriftliche Gesetz berufen hat. Ne? Und die Pharisäer, die haben tausend zusätzliche Gebote gehabt. Jetzt zum Beispiel steht hier in der Tora, man darf am Sabbat nicht arbeiten, aber in der Mischna steht das dann noch viel detailliert. Die haben zum Beispiel neununddreißig Arbeiten, die ganz konkret in der Mischna verboten sind. Also ich kann euch da einfach mal einige aufzählen. Das ist zum Beispiel säen, pflügen, ernten, Garben binden, dreschen, worfeln. Also das wäre der Spreu vom Weizen trennen, mahlen, sieben, kneten, backen und so weiter. Also das geht, das zieht sich dann wirklich über neununddreißig konkrete Arbeiten hinweg.
Da heißt es zum Beispiel, man darf keinen Knoten lösen, man darf keine Knoten machen, man darf keine zwei Stiche nähen, man darf kein Feuer anzünden, man darf kein Feuer auslöschen, man darf nicht bauen, man darf nicht abbrechen etc. pp. Also wirklich ein sehr ausführlicher Katalog steht in dieser Mischna, was alles nicht erlaubt ist. Und dann muss man auch noch wissen, dass es dann zu jeder dieser neununddreißig, ähm, Regeln, was man am Sabbat nicht tun darf, noch zahlreiche Unterregeln gab. Deswegen war für die Pharisäer völlig klar, als die, die Jünger durch dieses Feld gingen und die Ähren abrissen und sie zermalmten mit ihren Händen und dann, äh, den Spreu vom Weizen trennten, war für sie klar: Das war ein ganz klarer Sabbatbruch. Die haben geerntet, dann haben die, ähm, gedroschen. Also, und dann haben die den Spreu vom Weizen getrennt und als sie es gegessen haben, haben sie noch gespeichert.
Ne? Die Frage stellt sich ja, ob das auch bei uns Christen etwas ist, was wir haben. Habe ich mir so gefragt, als ich mich auf diesen Bibeltext vorbereitet habe. Also haben auch wir Christen Regeln, so wie jetzt hier die Pharisäer und die Rabbiner. Regeln, die eigentlich gar nicht in der Bibel stehen, die wir uns aber zusätzlich auferlegen. Mir kam dann so in den Sinn: Ja, tatsächlich, die gibt's. Also zum Beispiel das Rauchen. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Als ich zum Glauben gekommen bin, da war ich ein starker Raucher. Und ich hab dann sehr schnell gemerkt, als ich zum Glauben kam, dass das in der christlichen Szene so ein bisschen mit, mit einem, äh, Nasenrümpfen, ja, angeschaut wurde. Und deswegen habe ich dann sehr schnell das Rauchen in die Verborgenheit verschoben. Ich habe dann noch lange gebraucht, bis ich das Rauchen wirklich loswurde, weil ich wollte auch nicht mehr rauchen. Aber ich spürte auch, man darf nicht.
Und tatsächlich, viel später habe ich dann mal gesehen: In der Bibel steht ja eigentlich gar nichts übers Rauchen. Natürlich, es steht, unser Körper ist ein Tempel des Heiligen Geistes und wir sollen von nichts abhängig sein und so weiter. Aber explizit, dass wir nicht rauchen sollen, das wäre so ein Gebot, ne? Es gibt auch zum Beispiel christliche Communitys oder, äh, Länder zum Beispiel, wo Christen keinen Alkohol trinken. Das wäre auch wieder so ein Gesetz, das man sich selbst auferlegt. Jesus, der hat ja Alkohol getrunken und auch die Jünger. Und es heißt ja auch, am Ende der Zeit, da wird es ein Riesenfest geben. Und so gibt es auch bei uns Christen so Gesetze, die eigentlich gar nicht in der Bibel stehen, die wir uns aber selber auferlegen. Genauso wie eben diese Pharisäer, die eigentlich nur nicht hätten arbeiten dürfen, aber noch tausend Gesetze um dieses Nichtarbeiten herum aufgebaut haben. Deswegen haben sie dann eben Jesus und seine Jünger des Sabbatbruchs beschuldigt.
Die Antwort von Jesus, die hat es in sich. Jesus entgegnete:
"Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter nichts zu essen hatten und Hunger litten? Wie er damals zur Zeit des Hohepriesters Abjata ins Haus Gottes ging und von den geweihten Broten aß, von denen doch nur die Priester essen dürfen?"
Und wie er auch seine Beglei-, wie auch seinen Begleitern davon gab. Ja, das ist diese alttestamentliche Geschichte, wo dieser junge Hirtenjunge David, der gesalbt war zum König, fliehen musste vor dem König Saul, der ihn töten wollte. Und dann flieht David zu den Priestern. Ich glaube, in Nob, habe ich jetzt nicht mehr ganz im Kopf, aber ich denke, es war Nob. Er floh da zu diesen Priestern und er hatte Hunger und seine Leute, ne. Und dann hat er gesagt:
"Habt ihr hier was zu essen?"
Und die Priester haben gesagt:
"Wir haben nix, aber wa, doch, wir haben doch etwas. Wir haben diese heiligen Schaubrote."
Das waren wirklich ganz geheiligte Brote, die im Heiligtum lagen, zwölf Brote, die da gebacken wurden. Jede Woche wurden diese Brote neu gebacken und am Ende der Woche durften die geheiligten Priester, nur die Priester durften diese Brote essen und es kamen neue Brote auf den Tisch. Und hier haben sie sich über das Gebot hinweggesetzt, dass nur die Priester diese Brote essen durften, weil David eben Hunger hatte, ne. Und Jesus argumentiert auf diese Weise. Er sagt: "Es ist erlaubt, dieses Gebot zu brechen, weil, weil eine Not da ist."
Und das lesen wir dann auch an einer anderen Stelle, wo auch dieselbe Geschichte erklärt wird, nämlich im Matthäus Evangelium. Da lesen wir, wo, wo es auch um diese Geschichte, ums Ährenlesen am Sabbat geht. Da sagt Jesus noch den Pharisäern:
"Wenn ihr wüsstet, was das heißt, ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer, dann hättet ihr die Unschuldigen nicht verurteilt."
Also Jesus' Argumentation ist, die Barmherzigkeit ist wichtiger als das Gesetz an dieser Stelle, ne. Wenn wir dann in Vers siebenundzwanzig lesen, dann fügt Jesus noch hinzu:
"Der Sabbat ist für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat."
Und das ist jetzt etwas ganz Zentrales, um zu verstehen, was Jesus uns mit dieser Geschichte oder was die Bibel uns mit dieser Geschichte sagen will. Das Ziel des Sabbat ist ja, Gott hat das so eingeführt, damit wir Menschen von unserer Arbeit uns erholen können. Das Ziel ist es, körperlich und geistlich aufzutanken, ne. Aber die Juden zur damaligen Zeit und bis auf den heutigen Tag, die haben aus dem Sa, aus dem Sabbatgebot und auch aus vielen anderen Geboten etwas viel Extremeres gemacht. Die haben es eigentlich umgekehrt. Die haben eigentlich das Gebot schon fast zum Gott erhöht. Ich sage das jetzt bewusst ein bisschen, äh, überspitzt. Und der, der Mensch, der ist dann nur noch für das Gebot da.
Also zum Beispiel im Judentum wird der Sabbat als Person verehrt. Auf der ganzen Welt, bis auf den heutigen Tag, am Freitagabend, wenn der Sabbat beginnt, drehen sich in der Synagoge alle um, schauen zum Eingang und begrüßen die Braut, den Sabbat, der zur Tür hineinkommt, ne. Aber Jesus sagt hier:
"Hey Leute, der Sabbat, der wurde für den Mensch gemacht."
Und das gilt für alle Gebote, die hier in der Bibel sind. Die Gebote, die wurden für nicht gemacht, Gott hat all diese Gebote nicht gemacht, um uns Menschen zu knechten und damit wir etwas haben, wo wir uns Mühe geben müssen, sondern alle Gebote in der Bibel sind dazu da, damit wir Menschen in gesunden Beziehungen mit Gott, mit unseren Mitmenschen und mit uns selber leben können. Ne, als ganz kleines Beispiel: Als mein Sohn noch klein war, wenn wir vor einer Kuhweide standen, dann habe ich ihm gesagt:
"Aron, fass, du darfst nicht diesen, diesen Kuhdraht anfassen, diesen Elektrodraht, ne. Du darfst das nicht, fass ihn nicht an."
Das habe ich nicht gesagt, weil ich ihm irgendwie eins um die Ohren hauen wollte und weil ich irgendwie meinen, meine Regel durchsetzen wollte. Nein, ich habe das getan, weil ich wollte, dass er sich nicht verletzt. Und genauso ist es auch bei Gott. Gott gibt uns die Gebote, weil sie uns guttun, ne. Die Gebote sind grundsätzlich gut und wir orientieren uns daran, ne. Aber gleichzeitig sollen uns diese Gebote auch nicht in eine Sklaverei hereinführen. Wir sind sowieso durch das, dass Jesus für uns am Kreuz gestorben ist, sind wir gerechtfertigt worden. Wir sind nicht mehr unter dem Gesetz. Jesus ist unsere Gerechtigkeit.
Und so schließt Jesus hier auch ab, wenn er sagt:
"Darum ist der Menschensohn auch Herr über den Sabbat."
Dadurch bringt Jesus einfach zum Ausdruck, einmal mehr: Ich bin Gott und ich als, als Menschensohn, dieses Wort Menschensohn, das wird von den Juden damals und auch heute verstanden. Er ist der Messias. Also Jesus sagt: "Ich bin der Messias." Und er sagt: "Ich bin Herr über den Sabbat. Ich bin Gott", sagt Jesus hier selbst. Und als Gott hat Jesus das Recht, diese Gebote wieder ins richtige Licht zu rücken, so wie sie wirklich gedacht sind.
Was haben wir heute gelernt? Die Jünger, die gingen durch die Felder, ne, und sie haben Ähren geklaut. Aber wir haben dann gemerkt: Nee, das war kein Diebstahl. Zur damaligen Zeit war das erlaubt. Aber was nicht erlaubt war, war am Sabbat zu arbeiten. Nun haben aber die Pharisäer, die haben gesagt, am Sabbat arbeiten bedeutet eben auch, diese Ähren auszureißen. Wir haben dann uns angeschaut, was steht wirklich im Gesetz Gottes und welche Gesetze wurden noch hinzugefügt von den Rabbinern und von den Pharisäern. Und ja, dann haben wir uns die Ah-, die Antwort von Jesus noch angeschaut. Jesus, der hat gesagt:
"Hey, die Gebote Gottes, die sind für den Menschen, nicht der Mensch ist für das Gebot Gottes."
Und dann haben wir festgestellt, die Gebote Gottes sind gut. Wir wollen uns daran orientieren, aber wir wollen nicht in eine neue Gesetzlichkeit hineinfallen. Ich hoffe, ihr konntet heute etwas mitnehmen aus diesem Bibeltext. Ihr Lieben, das war's für heute von Bible Study. Nächstes Mal geht's weiter im Text. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und tschüss.
Immer wieder schreiben uns Menschen, wie sehr sie durch unser gemeinsames Bibellesen, durch Bible Study gesegnet wurden. Und vielleicht würdest auch du das sagen. Wenn das so ist, dann schreib auch du uns gerne eine Nachricht. Das ermutigt mich und auch das ganze Team, das hinter der Sendung steht. Übrigens, diese Sendung, die ist komplett spendenfinanziert. Wir freuen uns über jeden von euch, der sich nach seinen Möglichkeiten mit einer kleinen oder großen Spende an den Produktionskosten beteiligt. Danke für alles, was du gibst.
Automatisch transkribiert durch KI
Zusatzinformationen
Serie: BIBLE STUDY mit Gabriel Häsler
Genre: Ratgeber