Markus 2,1-12: Jesus und die Dachabdecker
Ein gelähmter Mann. Vier Freunde. Ein überfülltes Haus. Und ein Dach, das plötzlich aufgebrochen wird. In Markus 2 geschieht eine der erstaunlichsten Szenen der Bibel. Doch das größte Wunder ist nicht die Heilung des Gelähmten: Jesus geht tiefer - viel tiefer.
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Transkript
Moin, Servus und Grüezi, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüße euch ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe von Bible Study. Hundert Prozent biblisch, geisterfüllt mit Jesus im Zentrum.
Wir lesen miteinander in der Bibel, diesem Buch, das uns den Weg zum echten Leben zeigt. Wir Menschen, wir sehnen und dürsten uns ja seit jeher nach dem Leben, nach dem ewigen, unvergänglichen Leben. Wir spüren, dass es da draußen mehr geben muss. Und so sind wir unser ganzes Leben lang auf der Suche nach diesem Etwas, das unser Herz zur Ruhe kommen lässt. Und dieses Etwas, das ist Gott. Und die Bibel, die zeigt uns den Weg zu Gott, den Weg zum ewigen Leben.
Wir lesen heute Markus zwei, eins bis zwölf und es ist immer gut zu verstehen, wo der Bibeltext eingebettet ist. Jesus, der ist in Kaphnaum und dann zieht er aus. In ganz Galiläa predigt er das Evangelium. Und während er so unterwegs ist in Galiläa, da begegnet ihm ein Aussätziger. Und dieser Aussätzige, der sagt, der sagt zu ihm:
Wenn du willst, dann kannst du mich reinigen von Aussatz.
Aussatz, das ist, das beschreibt eigentlich jegliche Form von Hautkrankheit. Und was an dieser Krankheit speziell ist: Es ist nicht einfach eine, eine, nur eine körperliche Krankheit, sondern Aussatz ist primär eine geistliche Krankheit, denn sie macht den Aussätzigen unrein. Sie trennt ihn von der Gemeinschaft mit den anderen Menschen. Aber noch viel wichtiger: Sie trennt ihn vom Tempeldienst. Eigentlich, sie trennt ihn von Gott. Und so ist eben Aussatz eine geistliche Krankheit. Und Jesus, der kann Aussatz heilen. Und so hat er zu diesem Mann gesagt:
Ich will Aussatz, ich will dich heilen.
Also Jesus kann und er will den Aussätzigen heilen. Aussatz steht an dieser Stelle oder überhaupt im Neuen Testament bildlich eigentlich für unser Problem, das wir Menschen haben, dass wir nämlich getrennt sind von Gott durch unsere Sünde. Und Jesus kann und will uns auch von unserer Sünde befreien. Das wird dann auch der heutige Bibeltext sehr stark zeigen. Ja, dann lass uns nun einsteigen in den Bibeltext. Wie immer bete ich zuerst, dann lesen wir einmal durch den Text durch und schauen uns das dann Vers für Vers an.
Lieber Jesus, ich danke, dass du heute hier bist. Ich danke, dass du jeden von uns siehst. Du weißt, wo wir stehen. Du kennst unsere Fragen. Für dich sind wir nicht Unbekannte, sondern du hast uns schon bekan-gekannt, als wir noch im Bauch unserer Mutter drin waren. Und du kennst uns auch heute. Du siehst uns und du weißt um das, was uns beschäftigt. Und ich bitte dich, dass du uns genau an diesem Punkt heute begegnest. Ich bitte dich, dass du uns Offenbarung schenkst über dein, deinem Wort. Zeige du uns die Geheimnisse der Bibel. Amen. Amen.
Gut, dann lass uns einmal ganz durch den Bibeltext lesen. Markus zwei, ab Vers eins.
Einige Tage später kehrte Jesus nach Kaphnaum zurück. Es sprach sich schnell herum, dass er wieder zu Hause war. Da versammelten sich so viele Menschen bei ihm, dass kein Platz war, nicht mal mehr vor dem Haus. Während er ihnen das Wort Gottes verkündete, wurde ein Gelähmter gebracht. Vier Männer trugen ihn. Sie wollten mit ihm zu Jesus. Doch es herrschte ein solches Gedränge, dass sie nicht zu ihm durchkamen. Da deckten sie das Dach über der Stelle ab, wo Jesus sich befand, und machten eine Öffnung, durch die sie den Gelähmten auf seiner Matte herunterließen. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: "Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben." Einige Schriftgelehrte, die dort saßen, lehnten sich innerlich dagegen auf. "Wie kann dieser Mensch es wagen, so etwas zu sagen?", dachten sie. "Das ist ja Gotteslästerung. Niemand kann Sünden vergeben außer Gott." Jesus hatte in seinem Geist sofort erkannt, was in ihnen vorging. "Warum gebt ihr solchen Gedanken Raum in eurem Herzen?", fragte er sie. "Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder: Steh auf, nimm deine Matte und geh umher? Doch ihr sollt wissen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben." Und er wandte sich zu dem Gelähmten und sagte: "Ich befehle dir, steh auf, nimm deine Matte und geh nach Hause." Da stand der Mann auf, nahm seine Matte und ging vor den Augen der ganzen Menge hinaus. Alle waren außer sich vor Staunen. Sie priesen Gott und sagten: "So etwas haben wir noch nie erlebt."
Starker Bibeltext. Da gehen wir jetzt gleich rein in den ersten Vers. Ich lese den nochmals und dann schauen wir uns das an. "Einige Tage später kehrte Jesus nach Kaphnaum zurück", heißt es hier. "Es sprach sich schnell herum, dass er wieder zu Hause war." Kaphnaum, das ist dieses Städtchen oder diese Stadt im Norden von, äh, Israel, ungefähr hundert Kilometer von Jerusalem entfernt. Also ein paar Tagesmärsche war das. Und das war, Kaphnaum war eigentlich die Base von Jesus, die Ausgangslage von ihm, wenn er in Galiläa, also in diesem Nordteil Israels, das Evangelium verkündet hat.
Jetzt heißt es hier, als Jesus wieder in Kaphnaum war, da sprach sich schnell herum, dass er zu Hause war. Was heißt das, er war zu Hause? Hatte er irgendwie ein schönes Einfamilienhäuschen, so wie man das sich heute vorstellt? Nein, wir wissen aus der Bibel, dass wenn Jesus in Kaphnaum war, dann lebte er bei Simon Petrus und seiner Familie. Simon Petrus war ja verheiratet, einer der ersten Jünger, und er hatte da ein Haus. Übrigens ein Haus, das heute noch besichtigt werden kann. Kaphnaum ist heute ja 'ne Ausgrabungsstätte, die man sich anschauen kann. Und dieses Haus des Simon, das, äh, wurde ausgegraben. Zumindest die Grundmauern kann man da noch erahnen, wenn man da in diesem Kaphnaum vorbeigeht.
Jetzt heißt es hier, da versammelten sich so viele Menschen bei ihm, dass kein Platz mehr war, nicht mal mehr vor dem Haus. Ja, wenn Jesus an einem Ort war, dann kamen die Menschen. Von überall her waren sie angezogen. Warum? Dort, wo Jesus ist, dort ist Leben, dort ist Kraft. Und das ist auch heute noch so, dort, wo Jesus ist, wo er verkündet wird, der echte Jesus, nicht der weich, weichgespülte Jesus, da ist Kraft zur Rettung und zur Heilung und das zieht die Menschen an. Man geht davon aus, dass ungefähr fünfzig Menschen so in diesem Haus des Simon Platz hatten und der Rest dieser, dieser Menschen, ähm, ja, es waren ja viel mehr, die mussten sich mit dem Vorraum, ähm, vorliebnehmen. Also die mussten außerhalb des Hauses stehen.
Spa, spannend ist, diese Geschichte, die wir hier lesen, die ist nicht nur im Markus-Evangelium aufgeschrieben, sondern es gibt ja insgesamt vier solche Lebensberichte von Jesus, vier Evangelien, Ma, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Und all diese oder drei von diesen vier Evangelien beschreiben diese Geschichte und immer so 'n bisschen aus einem anderen Blickwinkel.
Lass uns mal in, ähm, Lukas schauen. Der Lukas schreibt nämlich auch über diese Geschichte und er schreibt hier noch einen spannenden Aspekt, den der Markus nicht erwähnt. Hier in Lukas fünf, im Vers siebzehn steht:
Da geschah es eines Tages, dass Jesus lehrte und es saßen da Pharisäer und Gesetzeslehrer, die aus allen Dörfern in Galiläa und Judäa von Jerusalem und von Jerusalem gekommen waren. Und die Kraft des Herrn war da, um sie zu heilen.
Also spannend war, da waren jetzt nicht einfach nur Leute, die sich interessiert haben aus dem Raum Galiläa und, und Kafernaum, sondern es waren Gesetzeslehrer und Pharisäer aus allen Dörfern in Galiläa und Judäa und von Jerusalem. Das heißt, Jesus war damals wirklich am Punkt, wo die Gesetzeslehrer ernsthaft prüften: Ist er wirklich der Messias? Zur damaligen Zeit gab's ja viele, die auftraten und sagten: "Ich bin der Messias." Und dafür gab's eigentlich, wenn man das so salopp sagen möchte, eine Kommission, nämlich der Hohe Rat.
Das war das höchste geistliche und politische Gremium in Israel, besetzt mit, wenn's, wenn ich mich richtig erinnere, mit zweiundsiebzig so Topleuten. Und immer wenn jemand sagte, "Ich bin der Messias", mussten die einen Prozess in Gang setzen und abklären, ob er der Messias ist. Normalerweise kamen da so zwei, drei Gesetzeslehrer, schauten sich den, den an, hörten, was der verkündete und kamen dann zum Punkt: Der ist nicht der Messias.
Jetzt Jesus, das haben wir ja eingangs gehört, der hatte gerade einen Aussätzigen geheilt. Das war so ein krasses Wunder, das man damals noch nicht gesehen hat, dass wirklich der ganze Hohe Rat offensichtlich in Bewegung kam, in Erregung kam und dass die alle kamen, um Jesus zu hören und um ihn zu prüfen. Ja, also jetzt waren da so viele Menschen und dann heißt es hier: "Während Jesus ihnen das Wort verkündete, wurde ein Gelähmter gebracht. Vier Männer trugen ihn. Sie wollten mit ihm zu Jesus."
Ja, was hat Jesus gemacht, als er in diesem Haus drin war? Er hat das Wort Gottes, hat er verkündet. Also wir wissen zum Beispiel aus Markus eins, Vers fünfzehn, ähm, was Jesus gepredigt hat. Es heißt hier, nachdem Jes, nachdem Johannes gefangen genommen war, kam Jesus nach Galiläa, predigte das Evangelium des Reichs Gottes. Und was predigte er? Das steht hier auch bereits in Markus. Er predigte:
Die Zeit ist erfüllt. Das Reich Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubt das Evangelium.
Also Jesus' Botschaft, seine Kernbotschaft war: Kehrt um von diesem falschen Weg, den ihr mit Gott unterwegs seid und wendet euch Gott zu. Fangt an, den Weg von Gott zu gehen und glaubt an das Evangelium. Jetzt, als Jesus hier predigte, brachte man einen gelähmten Mann. Du musst wissen, wenn zur damaligen Zeit einer gelähmt war, dann kannst du eigentlich davon ausgehen, dieser Mann, der war auch arm. Denn er konnte nicht arbeiten, er konnte nicht für seine Familie sorgen. Und ja, dieser, wobei dieser Gelähmte, muss man schon sagen, der hatte Glück, wenn man dem überhaupt so sagen darf, weil der hatte zumindest vier Freunde, ne, die sich um ihn gekümmert haben. Vielleicht waren's seine Freunde. Die Bibel lässt uns da ein bisschen im Dunkeln. Ich hab mir dann auch überlegt, ich mein, theoretisch könnte es auch sein, dass das einfach vier Männer waren, vier Jünger, vielleicht von Jesus, vier Nachfolger von Jesus, Leute, die von Jesus fasziniert waren. Und die haben gehört: "Hey, Jesus ist wieder da in Kafernaum. Lass uns hingehen und ihm zuhören." Und unterwegs kamen sie an diesem Gelähmten vorbei, der bettelte. Und, ähm, sie haben vielleicht zu ihm gesagt: "Hey, Gold und Silber haben wir nicht, aber komm, äh, mit zu Jesus. Du brauchst Jesus. Das ist das, was du brauchst." Und dann sagte der Gelähmte vielleicht: "Ja, toll, ne. Wie soll ich mit euch mitkommen? Ich bin gelähmt." Und dann haben die den vielleicht auf 'ne Barre drauf, ähm, gelegt und haben gesagt, ähm: "Komm, wir tragen dich, kein Problem." Und haben den zu Jesus gebracht. Genau , so könnte man das auch interpretieren, ne.
Jetzt lesen wir hier in Vers vier: "Doch es herrschte ein solches Gedränge, dass sie nicht zu ihm durchkamen. Da deckten sie das Dach über der Stelle ab, wo Jesus sich befand, und machten eine Öffnung, durch die sie den Gelähmten auf seiner Matte herunterließen." Also so viele Leute waren in dem Haus und um das Haus und die gingen auch nicht zur Seite, als diese Jünger oder diese Männer kamen und sagten: "Hallo, wir haben hier einen Gelähmten. Lass uns mal durch zu Jesus." Die Leute, die waren egoistisch, selbstzentriert, vielleicht auch, eben weil's so viele Schriftgelehrte waren, wer weiß. Die gingen nicht zur Seite. Und Dann haben aber die, die, diese vier Männer, die haben nicht aufgegeben. Dieses Hindernis hat sie nicht davon abgehalten, diesen gelähmten Mann zu Jesus zu bringen, weil sie wussten, der braucht Jesus. Du musst du wissen, damals waren die Häuser in, in Israel, die waren, hatten meistens oder immer Flachdächer und da gab's immer 'ne Treppe, die an der Seite des Hauses hochging auf das Flachdach. Das Flachdach, das war ein beliebter Ort, so um so 'n bisschen der Hitze des Tages zu entkommen. Da war so 'n bisschen eine frische Luft oben. Und so haben diese vier Männer den Gelähmten da die Treppe hochgehievt auf das Flachdach und dann heißt es hier, sie haben angefangen, das Dach abzudecken.
Jetzt musst du wissen, einfach, dass du dir das richtig vorstellst. Das war nicht einfach so wie bei uns, dass da Ziegel auf dem Dach drauf waren, die man wegnehmen konnte und dann war man schon fast drin, sondern Häuser in Israel damals eben, die hatten Flachdächer und dann waren da zuerst große Balken draufgelegt und dann kam da eine ziemlich dicke, ähm, Schicht Isolationsmaterial. Das waren Disteln, Zweige, Schilf, hat man da verwendet und dann hat man da noch dreißig Zentimeter Lehm drauf gewalzt. Also diese vier Männer, die haben nicht 'n paar Ziegel weggenommen, die haben angefangen, dieses Dach aufzubrechen. Die mussten sich zuerst mal durch den Lehm durchhämmern, wenn man das so sagen will. Und du kannst dir das einfach ganz realistisch vorstellen. Jesus war hier am Predigen in diesem Haus des Petrus und plötzlich hört man es hämmern oben und irgendwann fängt es an, runterzurieseln. Und wir wissen ja auch, dass der Petrus jetzt nicht gerade ein zart besaiteter Mann war. Ich stell mir da vor, der irgendwann hat der gedacht: "Hey, jetzt hackt's", ne. Ging raus und schaut aufs Dach und sagt: "Seid ihr alle völlig bekloppt? Ich krieg so 'n Hals. Was wollt ihr? Also das geht ja gar nicht. Das, das bezahlt ihr mir. Gerade letzte Woche hab ich das wieder frisch, äh, geleimt." Genau, aber diese Männer, die hatten Biss und das beeindruckt mich an diesen Männern. Ich meine, jeder von uns, der hätte wahrscheinlich nach dreißig Minuten Hacken aufgehört und spätestens als dann der Petrus unten stand und, äh, Tacheles geredet hatte, hätten wir aufgehört, aber diese vier Männer nicht. Die wussten, unser Freund, dieser Mann muss zu Jesus. Und sie haben dieses Dach aufgebrochen und haben Jes, haben diesen Gelähmten dann auf seiner Matte direkt vor Jesus runtergelassen.
Und die Frage, die wir uns hier stellen können oder die du dir stellen kannst, es sind eigentlich zwei Fragen. Die eine Frage ist: Hast auch du solche Freunde, die zu Jesus müssen? Und wärst auch du bereit, wirklich Berge zu versetzen, um deine Freunde zu Jesus zu bringen, Dächer abzudecken für deine Freunde? Oder lässt du dich beim ersten Hindernis, zum Beispiel der Freund, der mit den Augen rollt oder der sagt: "Nee, ich will nicht kommen an deinen Gottesdienste, den du mich einlädst." Lässt du dich beim ersten Hindernis abhalten? Na, das ist deine Frage. Kannst nicht auch du so ein Dachdecker für deine Freunde sein? Vielleicht sagst du aber auch, ich, äh, ich bin eher selber der Gelähmte. Ich bin eher derjenige, der auf der Suche ist, ne. Und dann möchte ich dich auch ermutigen: Lass dich nicht aufhalten auf deiner Suche, sondern, sondern geh weiter und sei auch bereit, ja, Sachen zur Seite zu räumen, dran zu bleiben. Such Jesus, bis du ihn gefunden hast.
Kommen wir zum Vers fünf. Also die haben jetzt da diesen Gelähmten heruntergelassen und dann heißt es hier, als Jesus ihren Glauben sah, sagt er zu dem Gelähmten:
Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.
Hä? Also jetzt musst du dir die Situation vorstellen. Da kommt dieser Gelähmte und allen war klar, was diese vier Männer wollten. Dem Gelähmten war's klar, den vier Männern, allen Schriftgelehrten, allen Leuten, die da waren. Die wollen sehen, dass Jesus den heilt. Jetzt hat er ja den Aussätzigen geheilt und alle dachten: "Yes, jetzt werden wir Zeugen von einem nächsten großartigen Wunder." Und was tut Jesus? Er sagt zu ihm: "Deine Sünden sind dir vergeben." Ist es Jesus eigentlich egal, dass dieser Mensch krank ist? Äh, kommt er ihm jetzt hier irgendwie mit so 'ner platten, äh, Aussage, "deine Sünden sind dir vergeben", so 'n Kalenderspruch? Nein, Jesus, der weiß, dass dieser Mann ein viel tieferes Problem hat als einfach seine Lähmung. Jesus will diesen Mann und auch dich, notabene, und mich ganz heilen und nicht nur Symptombekämpfung betreiben. Schau, wir Menschen, wir kämpfen mit allen möglichen Herausforderungen. Vielleicht sind wir nicht gelähmt, so wie dieser Mann, aber wir kämpfen mit Krankheiten. Ich hab kürzlich gehört, dass fünfzig Prozent oder über fünfzig Prozent der deutschen Bevölkerung an chronischen Erkrankungen leiden. Wir Menschen, wir kämpfen mit Krankheiten, wir leiden, wir kämpfen mit Süchten, wir kämpfen mit Ängsten. Wir, wir leiden an diesem harten Herz in uns drin, dass es einfach nicht schafft, in Frieden mit anderen Menschen zusammenzubringen. Wir leiden daran, dass wir uns immer wieder selber in schlechte Umstände reinbringen. Aber weißt du, all diese Dinge, die ich jetzt gerade aufgezählt habe, das sind eigentlich nur Symptome eines tiefer liegenden Problems, das wir haben. Unser Problem, das wir Menschen haben, ist, dass unsere Liebesbeziehung zu Gott in die Brüche gegangen ist. Unser Problem ist die Sünde, diese dunkle Kraft, die in unser Leben gekommen ist und die uns immer wieder dazu bringt, uns von Gott abzuwenden, die uns immer wieder dazu bringt, Dinge zu tun, die Gott nicht gefallen. Und ich sage dir, diese Sünde Diese dunkle Kraft, die muss weg aus unserem Leben, sonst ändert sich nichts an unseren Symptomen. Sonst werden vielleicht, werden wir vielleicht kurzfristig unsere Sucht los, aber das Problem ist nicht gelöst. Ich erklär dir das an einem einfachen Beispiel: Vor einigen Jahren musste ich einen Weisheitszahn ziehen. Ich musste alle Weisheitszähne ziehen und das war wirklich schrecklich. Ähm, also nee, ich will niemandem Angst machen, aber bei mir war's echt kompliziert. Und als ich dann wieder so 'n Weisheitszahn ziehen musste, da hatte ich dann natürlich 'n tiefes Loch hier drin, dann ist das einfach nicht geheilt. Ich hatte über Wochen schreckliche Schmerzen. Also das hat mich echt... Ich konnte nicht schlafen, es... Und irgendwann war ich in einem Camp und da wurde es so schlimm, dass ich wusste, ich muss jetzt zum Zahnarzt. Ich halt das nicht mehr aus, mehrere Wochen nach der Operation. Aber das war in einem französischsprachigen Gebiet und ich wusste nicht so recht, was soll ich jetzt tun. Und irgendwann hab ich aber entdeckt, als ich da so 'n bisschen rumgefummelt habe, hier hinten in diesem Loch, dass da was Kleines rausschaut. Da hab ich 'ne Pinzette genommen, Pinzette, oder sagt man, glaub ich, in Deutsch, hab ich genommen und hab da mal dran gezogen und dann kam, das wurde immer mehr und dann kam da eine Wundgaze raus. Also so 'n kleines Tuch, das hat offensichtlich der Zahnarzt da reingestopft, um die Blutung kurzfristig zu stillen und die ging vergessen. Und als ich das rausgezogen habe, waren die Schmerzen mehr oder weniger weg und mein Problem war gelöst. Verstehst du, warum ich dir dieses Beispiel erzähle? Ich hätte noch lange Schmerzmittel nehmen können, aber mein Problem wär nicht gelöst gewesen. Und genauso ist es bei der Sünde. Wir müssen, wir brauchen Vergebung unserer Sünde. Wir müssen loswerden von dieser dunklen Kraft, die uns immer wieder dazu bringt, Dinge zu tun, die Gott nicht gefallen. Und deswegen sagte Jesus diesem gelähmten Mann als Erstes:
Deine Sünden sind dir vergeben.
Und er sagt nicht nur: "Mann, deine Sünden sind dir vergeben." Er sagt: "Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben." Und das sagt Gott auch dir. Er kennt dich, du bist ihm nicht ein Unbekannter, du bist ihm keine Unbekannte. Gott spricht auch dich an mit: "Meine Tochter, mein Sohn, ich möchte dir deine Sünden vergeben." Möchtest du das auch?
Nun lesen wir in Vers sechs, dass einige Schriftgelehrte dort saßen und sich innerlich dagegen auflehnten. "Wie kann dieser Mensch es wagen, so etwas zu sagen?", dachten sie. "Das ist ja Gotteslästerung. Niemand kann Sünden vergeben, außer Gott." Ja, und da hatten die Pharisäer natürlich recht. Dadurch, dass Jesus sagte: "Deine Sünden sind dir vergeben", hat sich Jesus selbst zu Gott gemacht. Er hat, er hat gesagt: "Ich bin Gott." Und das war ein ganz bewusstes Statement von Jesus. Aber für die Pharisäer war klar, der ist nicht Gott. Oder s-sie sagten, er ist nicht Gott. Und das, das ist, ähm, ja, damals stand die Todesstrafe darauf und deswegen wollten sie ihn dann später ja auch umbringen.
Und dann lesen wir hier, aber: "Jesus hat in seinem Geist sofort erkannt, was in ihnen vorging. Warum gebt ihr solchen Gedanken Raum in euren Herzen?, fragte er sie." Nochmals 'n Zeichen, dass Jesus wirklich Gott war. Er konnte Gedanken lesen. Er sah in das Herz seiner Kritiker rein. Und er sieht auch in dein Herz rein, wenn du jetzt vielleicht kritisch hier bist. Und spannend ist, dass Jesus seine Kritiker nicht einfach weggeputzt hat, sondern er wollte ihnen helfen. Er hat ihre Kritik ernst genommen. Das sehen wir dann auch in den nächsten, ähm, im nächsten Vers. Da sagt er zu ihnen: "Was ist leichter? Zu dem Gelähmten zu sagen, deine Sünden sind dir vergeben, oder steh auf, nimm deine Matte und geh umher? Doch ihr sollt wissen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er wandte sich zu dem Gelähmten und sagte: "Ich befehle dir, steh auf, nimm deine Matte und geh nach Hause." Da stand der Mann auf, nahm seine Matte und ging vor den Augen der ganzen Menge hinaus. Alle waren außer sich vor Staunen. Sie priesen Gott und sagten: "So etwas haben wir noch nie erlebt."
Jesus, der will seinen Kritikern helfen zu glauben und er tut dieses Wunder und heilt den Gelähmten. Eigentlich heilt er ihn einfach, um den Pharisäern zu helfen, damit sie glauben, dass er wirklich Gott ist, dass er die Vollmacht hat, Sünden zu vergeben.
Ja, ihr Lieben, jetzt haben wir einiges gelernt heute. Wir haben gehört, dass viele Menschen in Kafarnaum waren. Warum? Weil Jesus da war. Auch die Schriftgelehrten waren da. Sie wollten prüfen, was hat es mit diesem Jesus auf sich? Ist er wirklich der, der Messias, so wie er behauptet, der Menschensohn, wie er selbst hier sagt? Dann waren da aber auch vier Dachabdecker, die alles daran setzten, ihren Freund zu Jesus zu führen. Und als dieser gelähmte Mann dann vor Jesus runtergelassen wurde, da hat ihn Jesus nicht einfach geheilt. Er hat nicht einfach Symptombekämpfung gemacht. Er hat ihm seine Sünden vergeben. Warum? Weil Sünde ist unser Kernproblem. Wenn wir Vergebung von Jesus in unserem Leben erfahren, dann fängt Heilung an, in unser Leben zu fließen und sich in jedem Lebensbereich unserem, unseres Lebens auszubreiten. Die Pharisäer, die waren kritisch, weil sie sagten: "Dadurch, dass du Sünden vergibst, machst du dich selbst zu Gott." Jesus wollte aber seinen Kritikern auch helfen zu glauben und hat diesen Mann geheilt. Und so lesen wir dann am Schluss diese eindrückliche Aussage:
Alle waren außer sich vor Staunen.
Also auch die Pharisäer, zumindest an diesem Punkt, haben sie realisiert, Jesus ist mehr als einfach nur ein Scharlatan. Ihr Lieben, das war's für heute von Bible Study. Nächstes Mal geht's weiter im Text. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und tschüss.
Immer wieder schreiben uns Menschen, wie sehr sie durch unser gemeinsames Bibellesen, durch Bible Study gesegnet wurden. Und vielleicht würdest auch du das sagen. Wenn das so ist, dann schreib auch du uns gerne eine Nachricht. Das ermutigt mich und auch das ganze Team, das hinter der Sendung steht. Übrigens, diese Sendung, die ist komplett spendenfinanziert. Wir freuen uns über jeden von euch, der sich nach seinen Möglichkeiten mit einer kleinen oder großen Spende an den Produktionskosten beteiligt. Danke für alles, was du gibst.
Automatisch transkribiert durch KI
Zusatzinformationen
Serie: BIBLE STUDY mit Gabriel Häsler
Genre: Ratgeber