Markus 1,29-34: Jesus heilt die Schwiegermutter des Petrus
Jesus geht in das Haus von Simon und Andreas. Dort heilt er die fieberkranke Schwiegermutter des Petrus. Am Abend bringen die Menschen ihre Kranken zu ihm, und viele werden gesund.
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Transkript
Moin, servus und grüezi, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüße euch ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe von Bible Study. Hundert Prozent biblisch, geisterfüllt mit Jesus im Zentrum. Wir lesen wieder gemeinsam in der Bibel, dem wichtigsten Gegenstand im Leben eines Christen. Zumindest für mich ist die Bibel mein allerwichtigster Besitztum. Wichtiger als mein Computer, mein Auto, ja, sogar wichtiger als mein Haus. Wenn ich auf eine einsame Insel verbannt werden würde und nur einen Gegenstand mitnehmen dürfte, dann wäre es die Bibel. Warum? Weil Gott durch die Bibel zu uns Menschen spricht. Und heute wollen wir miteinander dieses Buch gemeinsam öffnen und darin lesen.
Wir befinden uns ja mitten im Markus-Evangelium, dieser Biografie von Jesus. Das Markus-Evangelium, das hilft uns, einen Blick über die Schultern von Jesus zu werfen. Es hilft uns, Jesus durch seine drei Jahre, die er dienstlich unterwegs war, wenn man dem so sagen will. Ja, es hilft uns, dabei zu sein und zu erleben, wie Jesus Menschen begegnete, wie er Menschen heilte, wie er das Evangelium gepredigt hat. Und darauf freuen wir uns auch heute wieder, in diesen Bibeltext miteinander einzutauchen.
Wo stehen wir heute im Bibeltext? Wir lesen heute Markus eins, Vers neunundzwanzig bis vierunddreißig. Und es ist immer spannend zu sehen, was ist kurz vorher geschehen. Kurz vor diesem Text, den wir heute lesen, ist Jesus in Kafarnaum angekommen. Das ist diese Stadt nordwestlich des See Genezareths und Kafarnaum, das war, könnte man sagen, die Base, die Basis von Jesus, wenn er in Galiläa unterwegs war. Und ja, Jesus, der hat da, der kam da in Kafarnaum an und er ging in die Synagoge. Es war nämlich Sabbat und an diesem Sabbat predigte er in der Synagoge. Und die Leute, die waren richtig beeindruckt von seiner Lehre, denn sie sagten:
"Dieser Jesus, der predigt irgendwie anders als unsere Schriftgelehrten, als unsere Rabbiner."
Was ist anders? Er predigt mit Vollmacht, mit Exousia, dieses griechische Wort. Nun, als Jesus da predigte in dieser Synagoge, da trat ein Besessener auf, respektive ein Mann, der von einem Dämon besessen war und der konfrontierte Jesus und sagte zu ihm:
"Ich weiß, wer du bist. Du bist der Heilige Gottes."
Und Jesus, der hat gar nicht lange Federlesens gemacht, wie man so schön sagt, sondern er hat diesen Dämon mit seinem Wort ausgetrieben, mit einem einzigen Befehl. Er sagte ihm:
"Fahre aus."
Und der Dämon, der verließ unter großem Geschrei diesen Mann. Ja, und die Menschen, als sie das da gesehen haben, die waren tief beeindruckt und sie fragten sich:
"Hey, was ist das für eine neue Lehre, dieser Jesus? Was ist das für eine Vollmacht, die er hat?"
Für ein Exousia, dieses griechische Wort. Und ja, natürlich, dann sprach sich Jesus herum, respektive er wurde bekannt in der ganzen Gegend. Ja, und da steigen wir jetzt in den Bibeltext ein. Er ist, wie gesagt, in dieser Synagoge. Es ist Sabbat und bevor wir in den Text einsteigen, wie immer, bete ich noch mit euch und dann lesen wir einmal den Text durch.
Jesus, ich danke dir, dass du jetzt gerade hier bist. Ich danke dir, dass du jeden Einzelnen siehst, der jetzt vor dem Fernseher sitzt oder vor dem Computer und, ja, heute in dieser, in diesem Bible Study mit dabei ist. Und ich bitte dich, dass du jedem Einzelnen direkt an dem Ort begegnest, wo er jetzt steht. Ich bitte dich, dass du uns, ja, diese Bibel übersetzt in unser Herz hinein. Zeig du uns die Geheimnisse der Bibel. Heiliger Geist, bitte rede du zu uns während diesem Bibelstudium. Amen. Okay, dann lass uns diese wenigen Verse einmal miteinander durchlesen. Wir fangen an in Vers neunundzwanzig.
"Nachdem sie in diese-- nachdem sie die Synagoge verlassen hatten, gingen sie in das Haus von Simon und Andreas. Auch Jakobus und Johannes kamen mit. Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett und man bat Jesus, ihr zu helfen. Er ging zu ihr, ergriff sie bei der Hand und richtete sie auf. Da verschwand das Fieber und sie sorgte für das Wohl Jesu und seiner Begleiter. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor dem Haus versammelt und er heilte viele Menschen, die an den verschiedensten Krankheiten litten und trieb viele Dämonen aus. Denn Dämonen verbot er zu reden, denn sie wussten, wer er war."
So weit lesen wir heute im Bibeltext. Jetzt gehen wir wieder zurück und steigen da ein. Bevor wir jetzt diesen ersten Vers neunundzwanzig miteinander anschauen, möchte ich euch mitnehmen auf einen kleinen Exkurs. Wir haben ja gehört, es war Sabbat und Jesus war in der Synagoge. Und ich weiß nicht, ob dir dieses Wort Sabbat etwas sagt. Vielleicht kennst du es von diesem bekannten Begriff Sabbatical. Aber Sabbat, das ist ein ganz zentrales Gebot des Judentums. Das ist ein mosaisches Gesetz. Das kommt ganz früh. Bereits in der Schöpfungsgeschichte kommt das vor und dann wird es eben aufgenommen in dieses mosaische Gesetz, in dieses Gesetz des Mose. Und es ist wirklich ein zentrales Gebot Des Judentums. Es besagt, der Mensch, der soll sechs Tage arbeiten und an einem Tag soll er sich ausruhen. Wir können da mal 'n bisschen zurückblättern in eben diesen Mose rein, wo dieses Gesetz hier aufgeführt wird, nämlich im zweite Mose zwanzig. Ab den Versen acht kann ich euch das mal vorlesen. Da steht, da sagt Gott:
"Sechs Tage hast du, um all deine Arbeit zu tun, aber der siebte Tag ist Sabbat für Jahwe, deinen Gott. An diesem Tag sollst du nicht arbeiten, weder du noch dein Sohn, noch deine Tochter, weder dein Sklave noch deine Sklavin, nicht mal dein Vieh oder der Fremde, der in deinem Ort wohnt. Denn in sechs Tagen hat Jahwe den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was dazugehört, am siebten Tag aber ruhte er. Deshalb hat er den Sabbat gesegnet und für dich bestimmt."
Also das ist das Sabbatgebot. Man kann das eigentlich so zusammenfassen: Für die Juden ist Arbeiten am Sabbat strengstens verboten. Also das geht sogar so weit, dass auch im mosaischen Gesetz da, äh, als Strafe festgelegt wird, wenn jemand den Sabbat bricht, dann muss er des Todes sterben. Also da steht die Todesstrafe drauf, das richtig ernst zu nehmen, ne. Wie haben jetzt die Juden den Sabbat gefeiert? Man muss dazu wissen, bei den Juden fängt der Tag nicht wie bei uns mit Sonnenaufgang an und hört mit, mit Sonnenuntergang auf, sondern der Tag bei den Juden, der fängt mit dem Sonnenuntergang an, also am Abend. Die Rabbiner, die haben gesagt, wenn man drei Sterne am Himmel sieht, dann fängt der neue Tag an. Und deswegen fängt der, der jüdische Sabbat ist ja am Samstag und deswegen fängt der Sabbat am Freitagabend nach Sonnenuntergang an und dauert bis Samstagabend nach Sonnenuntergang. Der Freitag, das ist der sogenannte Rüsttag. Da ja die Juden am Samstag wirklich gar nichts arbeiten dürfen, also die dürfen nicht kochen, die dürfen wirklich, äh, nichts rumtragen, gar nix. Deswegen bereiten sie sich am Freitag auf den Sabbat vor. Das ist der Rüsttag. Sie rüsten alles. Und ich erzähle jetzt einfach mal, wie das so zur damaligen Zeit war, als Jesus gelebt hat. Da hat am Freitag, ähm, kurz vor Sonnenunter-, Sonnenuntergang, hat die Frau eine Kerze, die Sabbatkerze angezündet and dann hat der Sabbat begonnen. Die ganze Familie, die ging in die Synagoge und in der Synagoge hat man den Sabbat begrüßt. Also der Sabbat, der hat wirklich schon fast 'ne personalisierte Eigenschaft bei den Juden. Also die haben ihn mehr oder weniger als Person begrüßt. Die haben gesagt:
"Hallo Sabbat"
um das mal so 'n bisschen platt zu sagen. Nach der Synagoge gingen die wieder nach Hause und dann haben die Eltern all ihre Kinder gesegnet. Also 'ne richtig schöne Tradition. Wobei, das war ja bei denen keine Tradition, es war ein Gesetz. Und dann gab es ein Sabbatessen und da waren oft auch Gäste mit dabei, Leute, die zum Beispiel keine eigene Familie hatten. Dann am Samstagmorgen, am Sabbatsamstagmorgen ging man wieder in die Synagoge und nach der Synagoge gab's wieder ein Sabbatessen und dann den Samstagnachmittag, der diente wirklich zur Erholung und zur Ruhe. Und dann am Abend gab's noch mal ein Gebet, ein Segen und dann hat die neue Woche begonnen am Samstagabend.
Jetzt ist es ja so, dass auch wir Christen feiern ja einen Ruhetag. Also wir kennen das ja, sechs Tage arbeiten und einen Tag ruhen. Jetzt fragst du dich vielleicht: Ja, warum feiern denn die Christen nicht auch am Samstag ihren Ruhetag? Und warum halten sie sich nicht an all diese, ähm, vielen Regeln, die da eigentlich festgelegt sind für den Sabbat, ne? Der Grund ist relativ einfach: Der Sabbat, das ist ein zeremonielles Gebot des Alten Testaments. Es ist ein Gesetz des Alten Testaments, das ein mosaisches Gesetz, wie zum Beispiel auch die Beschneidung, die zwar vor Mose eigentlich schon da war, aber dann ins mosaische Gesetz aufgenommen wurde. Und wir Christen, das ist jetzt natürlich sehr verkürzt zusammengefasst, wir Christen, wir stehen nicht mehr unter diesem Gesetz. Also wir müssen nicht mehr dieses Gesetz erfüllen, um vor Gott gerecht zu sein oder um vor Gott bestehen zu können. Nein, das Einzige, was wir brauchen, ist den Glauben an Jesus Christus, weil Jesus Christus hat dieses Gesetz für uns erfüllt, ne.
Jetzt ist es aber nicht so, dass wir Christen uns nicht mehr an diese Gebote des Alten Testamentes halten. Also zumindest, zumindest an die moralischen Gebote halten wir uns sehr wohl. Also wir ehren unseren Vater und unsere Mutter. Wir bringen natürlich niemanden um. Wir, wir sind ehrlich, wir, ähm, ja, machen keinen Ehebruch oder solche Sachen. Und, ähm, genau dahingehend ist das auch mit dem Sabbat zu verstehen. Wir tun, äh, wir begehen einen Ruhetag, aber nicht, weil wir sonst irgendwie nicht vor Gott bestehen würden, sondern weil wir Gott lieben und weil wir so leben wollen, wie es Gott gefällt.
Jetzt sagst du: "Ja gut, also ihr begeht diesen Ruhetag vielleicht jetzt nicht so streng gesetzlich wie die Juden, aber warum tut ihr es denn nicht am Sonntag, äh, am Samstag, so wie, wie es hier in der Bibel steht?" Nun, das ist relativ einfach. Bereits die ersten Christen, äh, von denen wir hier im Neuen Testament lesen, die haben angefangen, ihren Ruhetag am Sonntag zu feiern. Die haben angefangen, ihre Gottesdienste am Sonntag zu feiern. Warum? Weil der Sonntag ist der Tag, an dem Jesus von den Toten auferstanden ist. Es ist der Auferstehungstag. Die ersten Christen haben gesagt, das ist der Tag des Herrn. Und da wir Christen ja nicht mehr unter Gesetz stehen. Spielt es für uns jetzt nicht so 'ne Rolle, ob das am Samstag ist oder am Sonntag oder am Montag, Dienstag oder Mittwoch. Na ja, also ich persönlich halte auch einen Tag in der Woche, wirklich, äh, versuche ich, ähm, als Ruhetag zu halten, aber sehr oft arbeite ich zum Beispiel am Sonntag oder am Samstag und mach das dann vielleicht am Mittwoch oder am Donnerstag. Und das dürfen wir, wir Christen, wir stehen ja nicht mehr unter Gesetz, deswegen ist das völlig okay.
Gut, also jetzt war Jesus in der Synagoge am Sabbat und jetzt lesen wir mal nochmals diesen Vers neunundzwanzig:
"Nachdem sie die Synagoge verlassen hatten, gingen sie in das Haus von Simon und Andreas. Auch Jakobus und Johannes kamen mit."
Also die gingen ins, äh, Entschuldigung, ins Vaterhaus von Petrus. Spannend ist, man hat dieses Kafarnaum, das ist ja heute eine Ausgrabungsstätte in Israel, die kann man heute besuchen. Und da steht auch zum Beispiel noch so 'ne Synagoge. Zwar nicht die Synagoge, in der Jesus damals gepredigt hat, aber die steht am genau selben Ort. Und man hat dann auch Ausgrabungen gemacht und hat da verschiedene Häuser direkt neben der Synagoge gefunden. Und spannenderweise bei ein Haus, das sticht aus allen anderen Häuser heraus, die man da ausgegraben hat. Es ist auch wenige Meter neben der Synagoge und man hat da festgestellt, dass im ersten Jahrhundert, also zur Zeit, als Jesus gelebt hat oder als die erste Kirche dann entstanden ist, da im ersten Jahrhundert wurde dieses Haus umgebaut, nicht so wie alle anderen drumherum. Man hat den Gemeinschaftsraum vergrößert, die Wände wurden, wurden schöner gemacht und so weiter. Und man geht heute stark davon aus, dass das eben das Haus des Petrus war, wo sich dann die erste Gemeinde auch getroffen hat. Es war ein, ein Gemeindehaus, ne. Im vierten, fünften Jahrhundert hat man dann direkt über dieses Haus des Petrus eine Kirche drauf gebaut und heute steht da ebenfalls eine Kirche, wieder eine andere. Die Petruskirche, die ist da genau über diese Kirche gebaut worden des vierten, fünften Jahrhunderts. Die hat so 'n Glasboden, man kann die besichtigen. Also ich hab die euch jetzt hier eingeblendet. Könnt ihr, könnt ihr euch das mal anschauen. Äh, man kann, man steht dann so auf diesem Grundriss eigentlich dieses Hauses von Petrus. Sehr spannend.
Ja, was wollte Jesus in diesem Haus vom Petrus? Ganz klar, wir haben's ja jetzt gehört, was machte der am Sabbat? Sie waren zuerst in der Synagoge und danach gingen sie nach Hause, um das Sabbatessen zu genießen und um zu ruhen, ne. Und jetzt lesen wir aber hier in Vers dreißig:
"Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett und man bat Jesus, ihr zu helfen."
Also da war kein anscheinend kein Sabbatessen wahrscheinlich jetzt auf dem Tisch, wie erwartet. Äh, nein, da die Simon, die, die Schwiegermutter vom Simon, die lag im Bett. Vielleicht noch 'ne spannende, ähm, Nebenerkenntnis aus diesem Bibelvers ist, dass Petrus offensichtlich, also Simon ist ja Petrus, dass Petrus offensichtlich verheiratet war. Also der hatte 'ne Frau und seine Schwiegermutter wohnte bei ihm. Er hatte ein Haus. Das widerspricht so 'n bisschen man, den, den Vorstellungen, die gewisse Leute haben, die sagen, wenn man Jesus nachfolgen will, dann muss man alles zurücklassen, wie so 'n Bettelmönch um die Welt ziehen, keine Frau, kein Haus und so weiter. Aber offensichtlich Petrus, einer der krassesten Nachfolger von Jesus, der war sehr bürgerlich unterwegs, ne. Also der hat denn eine Frau, eine Schwiegermutter und ein Haus. Sehr spannend.
Jetzt lag diese Schwiegermutter vom Petrus mit Fieber im Bett. Der griechische Text, der lässt uns erahnen, dass es ein chronisches Fieber war. Und ja, es gab offensichtlich jetzt hier auch an dieser Stelle keine Ruhe für Jesus. So lesen wir nämlich:
"Er ging zu ihr."
Also keine Sabbatruhe für Jesus. "Er ging zu ihr, ergriff sie bei der Hand und richtete sie auf. Da verschwand das Fieber und sie sorgte für das Wohl Jesu und seiner Begleiter." Die, die Geschichte von Jesus, die steht ja nicht nur hier im Markus-Evangelium, sondern es gibt ja vier Biografen, die über Jesus Leben geschrieben haben Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Und in einer der anderen Biografien von Jesus, nämlich in Lukas, da lesen wir die genau selbe Geschichte und da steht etwas Spannendes. Da steht nämlich noch so 'ne Zusatzinformation, die ich noch bemerkenswert finde. In Vers neununddreißig heißt es:
"Jesus trat an ihr Bett und bedrohte das Fieber und es verschwand sofort."
Also wir haben gehört, dass Jesus in dieser Synagoge diesen Dämon bedrohte und er fuhr sofort aus. Und jetzt lesen wir hier, dass Jesus auch Krankheiten bedrohte und sie verschwand sofort, ne. Also das ist eben diese Vollmacht, dieses Exousia. Übrigens Jesus, der bedrohte ja auch den Sturm und, äh, hat dem gesagt, äh, "sei still" und sofort ist der Sturm verschwunden. Bemerkenswert hier ist auch, dass Jesus ja während der Sabbatruhe heilte. Du musst wissen, dass das nicht erlaubt war. Also Jesus brach hier das Sabbatgebot, obwohl, ähm, für die Pharis, äh, für die Pharisäer natürlich sowieso, aber auch für die Rabbiner und für die Juden eigentlich völlig klar war, am Sabbat darf man nur bei Lebensgefahr heilen, aber Jesus tat es trotzdem, äh, genau, weil, ja, er hat gesagt:
"Barmherzigkeit ist wichtiger als euer Opfer"
, an einer anderen Stelle. Vers zweiunddreißig: "Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus." Warum haben die gewartet, bis die Sonne untergegangen war? Hast du dir das schon mal überlegt? Hatten die einfach irgendwie, waren die den ganzen Tag am Arbeiten und hatten erst dann Zeit? Nein, wir haben's ja im Einstieg jetzt gehört. Es war ja Sabbat. Und wie lange dauert der Sabbat? Bis zum Sonnenuntergang. Deswegen. Durften die ihre Kranken erst nach dem Sonnenuntergang zu Jesus bringen, denn man durfte ja am Sabbat nicht heilen und am Sabbat durfte man auch die Kranken nicht transportieren. So musste der das so vorstellen, sobald die Sonne untergegangen war, kam wieder Leben in dieses Kafarnaum. Kafarnaum war ja wirklich 'ne, nicht 'ne kleine Stadt. Das war eine, eine Wirtschaftsstadt, denn sie lag ja an dieser, an dieser Straße, an dieser Handelsroute, die da von Syrien nach Ägypten runterging. Und sobald die Sonne unterging, da kam wieder Leben in diese Stadt und man hat alle Kranken und Besessenen, heißt es hier auch, zu Jesus gebracht.
Hier spannend auch noch kann man entdecken, dass es, dass von zwei Kategorien von Menschen die Rede ist, nämlich von Kranken und von Besessenen. Was wir ja manchmal machen oder vielleicht gewisse Kreise manchmal machen, ist, dass sie sagen, wenn jemand krank ist, ist das immer dämonischen Ursprungs. Aber hier lesen wir jetzt ganz klar, dass man von zwei Kategorien redet, also von Leuten, die einfach krank waren und von Leuten, die von Dämonen besessen waren. Es ist auch so, wenn man die ganze Bibel studiert, sieht man, dass das oft auch zusammengeht, also dass Krankheiten auch dämonisch bedingt sein können oder verursacht sein können, aber sehr oft eben auch nicht. Das auch noch gut hier zu wissen.
Vers dreiunddreißig: "Die ganze Stadt war vor dem Haus versammelt." Also hier ging jetzt richtig die Post ab. Die ganze Stadt kam in Bewegung. Kafarnaum drehte durch, um das mal so ein bisschen salopp zu sagen. Man muss hier aber auch anmerken, dass das hier ziemlich sicher eine literarische Übertreibung ist, eine sogenannte Hyperbel. Ne? Also, wenn hier steht, die ganze Stadt war vor dem Haus, vermute ich, dass die Realität nicht war, dass der Hinterst und Letzte all dieser vielen Menschen vor dem Haus von Simon versammelt war, sondern das ist eine literarische Übertreibung, wie zum Beispiel man manchmal sagt: "Ich hab's dir schon tausendmal gesagt." Dann ist's ja auch nicht so, dass man schon tausendmal gesagt hat. So 'ne literarische Übertreibung finden wir zum Beispiel auch in Markus eins. Also, wenn man da jetzt einfach im selben Kapitel ein bisschen zurückgeht, als Johannes der Täufer getauft hat, dann heißt es hier:
"Aus ganz Judäa und, äh, Jerusalem kamen die Leute zu Johannes in die Wüste. Sie ließen sich im Jordan von ihm taufen und bekannten dabei ihre Sünden."
Nun, ähm, man muss dazu sagen, dass dieser Text hier jetzt in der, in dieser Bibelübersetzung, die ich jetzt hier vor mir liegen habe, das ist ja nicht die neue Genfer Übersetzung, ähm, das 'n bisschen anders als, als wirklich so 'n Elberfelder oder 'n Urtext übersetzen würde. Da steht nämlich, alle Menschen aus Jerusalem und aus Judäa kamen. Und auch hier, das ist eine, ja, eine literarische Übertreibung. Die kommt tatsächlich auch vor in der Bibel. Das schmälert überhaupt nicht die Autorität der Bibel.
"Und Jesus", heißt es hier, "er heilte viele Menschen, die an den verschiedensten Krankheiten litten und trieb viele Dämonen aus."
Was spannend ist auch hier, ist, wenn man noch so 'n Paralleltext anschaut. Wie gesagt, es gi-gibt ja unterschiedliche Autoren in der Bibel, die über das Leben von Jesus reden. Und wenn man jetzt zum Beispiel zu Matthäus rüberspringt, der genau dieselbe Geschichte erzählt, dann lesen wir hier spannenderweise in Matthäus acht, Vers vierzehn, da schreibt Jesu, äh, da schreibt Matthäus:
"Als Jesus..."
Ähm, 'tschuldige, ich muss da ein bisschen... Ah ja, genau. Hier im Vers sechzehn:
"Am Abend brachte man viele Besessene zu ihm. Er vertrieb ihre bösen Geister durch sein Wort und heilte alle Kranken." "Da erfüllte sich, was durch den Propheten Jesaja vorausgesagt war. Er nahm unsere Schwachheiten auf sich und er lud auf sich unsere Krankheit."
Hier zitiert Matthäus den alttestamentlichen Propheten Jesaja, der gesagt hat, dass der Pro, dass Jesus, der Messias, kommen würde, um für unsere Schuld, aber auch für unsere Krankheit am Kreuz zu bezahlen. Dafür kam Jesus, um uns zu retten, um uns zu heilen, um zu befreien. Ja, und dann heißt es hier noch:
"Den Dämonen verbot er zu reden, denn sie wussten, wer er war. Jesus akzeptierte kein Zeugnis von den Dämonen."
Was haben wir heute gelernt? Es war Sabbat. Jesus ging ins Haus des Simon. Das kann man heute noch besichtigen. Simon Petrus war verheiratet, hatte eine Schwiegermutter. Es gab keine Sabbatruhe für Jesus, denn die Schwiegermutter war krank und nach Sonnenuntergang, nach dem Sabbat, brachte man alle Kranken. Es gab zwei Kategorien damals von Menschen und auch heute, nämlich die Kranken und die Besessenen. Jesus heilte und rettete ganz viele von ihnen. Ihr Lieben, das war's für heute vom Bible Study. Nächstes Mal geht's weiter im Text. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und bis dann. Tschüss.
Immer wieder schreiben uns Menschen, wie sehr sie durch unser gemeinsames Bibellesen, durch Bible Study gesegnet wurden. Und vielleicht würdest auch du das sagen. Wenn das so ist, dann schreib auch du uns gerne eine Nachricht. Das ermutigt mich und auch das ganze Team, das hinter der Sendung steht. Übrigens, diese Sendung, die ist komplett spendenfinanziert. Wir freuen uns über jeden von euch, der sich nach seinen Möglichkeiten mit einer kleinen oder großen Spende an den Produktionskosten beteiligt. Danke für alles, was du gibst.
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Zusatzinformationen
Serie: BIBLE STUDY mit Gabriel Häsler
Genre: Ratgeber