Markus 1,1-8: Johannes der Täufer
Gabriel Häsler blickt auf die ersten acht Verse des Markusevangeliums: Johannes der Täufer tritt in der Wüste auf und ruft Israel zur Umkehr. Er bereitet die Menschen auf das Kommen eines Stärkeren vor. Seine Botschaft macht deutlich: Jetzt beginnt etwas völlig Neues.
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Transkript
Moin, Servus und Grüezi, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüße euch ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe von Bible Study. Hundert Prozent biblisch, Geist erfüllt mit Jesus im Zentrum. Wir lesen gemeinsam in der Bibel, in diesem Buch, in dem Gott ganz persönlich zu uns Menschen spricht. Und in dieser Auf-Ausgabe schlagen wir nicht einfach nur ein neues Kapitel auf. Nein, wir starten mit einem nigelnagelneuen Buch, nämlich mit dem Markus-Evangelium.
Der Ablauf dieses Bible Study ist relativ einfach. Zuerst gebe ich dir einige Hintergrundinfos zum Text. Ich zeige dir, wie ist dieser Text eingebettet, was kommt vorher, was kommt nachher. Und danach lesen wir uns Vers für Vers durch die ersten acht Verse des Markus-Evangelium. Ja, Markus-Evangelium. Ich weiß nicht, ob du schon mal davon gehört hast, ob du weißt, was das genau ist. Vielleicht bist du auch jemand, der sich mit der Bibel noch gar nicht so gut auskennt. Dann möchte ich dir ganz kurz erklären, wie die Bibel aufgebaut ist. Die Bibel, die besteht nämlich ganz vereinfacht gesagt, aus zwei Teilen. Sie besteht aus dem Alten Testament oder dem ersten Testament, wie einige sagen. Und dieses Alte Testament, das ist der Teil, wo all das passiert, bevor Jesus auf diese Erde kommt. Und der zweite Teil der Bibel ist eben das Neue Testament oder das zweite Testament, wie einige sagen. Und dieses Neue Testament, das startet mit diesem Ereignis, mit dieser Zeitenwende, dass Jesus Christus diese Weltbühne betritt. Und das Neue Testament, das startet eigentlich gleich mit vier unterschiedlichen Lebensberichten von Jesus Christus. Vier Männer haben aufgeschrieben, wie Jesus gelebt hat. Das sind eigentlich vier Biografien von Jesus. Das ist Matthäus, Ma, äh, Markus, dann Lukas und Johannes. Und diese vier Lebensberichte, sehr oft sind die ähnlich oder erzählen die von denselben Ereignissen. Manchmal aber auch erzählen sie Geschichten, die jetzt nicht direkt, ähm, etwas miteinander zu tun haben. Und das liegt nicht daran, dass die Bibel irgendwie, ähm, irgendwie so widersprüchlich ist, sondern das liegt daran, dass das eben vier Lebensberichte aus vier unterschiedlichen Blickwinkeln sind.
Und wir lesen uns jetzt eben durch einen dieser Lebensberichte, nämlich durch das Markus-Evangelium. Jetzt, wer war Markus, ne, der dieses Markus-Evangelium geschrieben hat? Forscher sind sich ziemlich sicher, dass der Markus Jesus selbst erlebt hat. Es gibt nämlich im Markus-Evangelium eine Geschichte. In dieser Geschichte, vielleicht hast du die auch schon gehört, das ist, äh, dieses Ereignis, als Jesus verhaftet wurde. Und dann sind ja alle seine Jünger sind ab durch die Mitte. Also wie die Schisshasen sind die davongelaufen. Aber jemand von diesen Leuten, die Jesus verhaften wollten, der hat's geschafft, einen dieser Männer, die da davongerannt sind, und dieser Frauen, am, am Mantel zu packen und, oder an seinem Kleid zu packen. Und es heißt dann, dieser junge Mann, der hat sich losgerissen, aber dadurch wurde ihm sein, sein Kleid vom, vom Körper gerissen und er ist nackt geflohen.
Oh, und diese Anekdote, wenn man ihm so sagen will, die kommt nur im Markus-Evangelium vor. Und Bibelforscher sind sich eigentlich einig, dass Markus hier über sich selbst schreibt. Also Markus war jetzt nicht einer der Apostel, einer der engsten Jünger, aber er hat Jesus selbst miterlebt als junger Mann. Später, als dann Jesus gekreuzigt wurde, wieder auferstanden ist und zurück in den Himmel ging, da wurde Markus ein treuer Mitarbeiter in der ersten Kirche. Zum Beispiel war er ein Mitarbeiter von Paulus, äh, und Barnabas und er ging mit ihnen auf eine Missionsreise und wir lesen dann sogar in der Bibel, dass er sich mit dem Paulus verstritten hat und dass Paulus ihn dann später nicht mehr mit auf, deswegen nicht mehr mit auf die Missionsreise nehmen wollte, auf eine spätere Missionsreise. Und das zeigt uns auch so 'n bisschen, wir haben ja manchmal so'n, ein sehr überhöhtes Bild von diesen Gottesmägern und Gottesfrauen. Es zeigt uns einfach, dass selbst ein Paulus und ein Barnabas und ein Markus miteinander Zoff haben konnten. Die Bibel erzählt uns, dass sie sich dann später wieder versöhnt haben und später wurde der Markus dann ein treuer Begleiter vom Petrus.
Petrus kennen auch die meisten von euch, vermute ich. Es ist nicht der Mann, der an der Himmelstüre sitzt, wie das der Volksmund so sagt, sondern Petrus, das war, man könnte fast sagen, einer der Top-drei-Jünger von Jesus. Der war sehr nahe mit Jesus dran und der war dann, würd ich jetzt mal sagen, auch so der, der Leiter oder einer der Leiter der ersten Kirche in Jerusalem. Nun Der Petrus, so erzählt es uns, ähm, die Tradition, die kirchliche Tradition, der Petrus, der ging dann später in seinem Leben, ging er nach Rom, um da den Römern von Jesus zu erzählen, und er kam da direkt in diese Zeit rein, als dieser schreckliche Kaiser Nero am Start war. Nero, der ist ja verantwortlich eigentlich für die erste große Christenverfolgung, ähm, von, von der wir geschichtlich wissen. Der Nero, der hat wirklich grausame Dinge mit den Christen getan. Der hat die aufs Heftigste verfolgt und man geht davon aus, dass der Petrus im Rahmen dieser ersten Christenverfolgung, also in den 60er Jahren, dass er dann als Märtyrer in Rom starb. Ähm, Überlieferungen sagen, dass er umgekehrt gekreuzigt wurde aus Demut. Na ja, und der Markus, der sein, einer seiner engsten Begleiter war, er war sein Seelsor, äh, nicht Seelsorger, sein Übersetzer. Der Markus, der hat dann als dieser Zeuge von Jesus, dieser Petrus, als der gestorben ist, hat Markus den Ball wieder aufgenommen und hat das Evangelium, äh, des Markus geschrieben, hat diese Lebensgeschichte von Jesus geschrieben.
Das Markus Evangelium, man geht davon aus, das wurde ungefähr 66 nach Christus geschrieben und es richtete sich eben primär an die Römer oder an, man könnte auch sagen, an die, die Christen, die jetzt nicht so aus dem jüdischen Kontext rauskommen. Und das macht das Markus Evangelium für uns eben auch so spannend, weil es eben ganz bewusst auch so 'n bisschen diese jüdischen Sitten erklärt für Leute, die jetzt da nicht so tief drin sind. Gut, so viel jetzt mal heute mit der Einführung oder für die Markus Evangelium Einführung. Ich werde jetzt noch beten und dann gehen wir Vers für Vers mal durch die ersten acht Verse durch.
Jesus, ich danke dir, dass du heute hier bist. Ich danke dir, dass du jeden kennst. Du siehst auch jeden, der jetzt dieses Bible Study anschaut. Und du weißt, wo jeder von uns steht. Du weißt, was wir für Fragen haben. Du weißt, wo wir herausgefordert sind in unserem Leben. Aber vielleicht auch mit dir oder mit der Bibel. Und ich bitte dich, dass du uns begegnest heute. Direkt in diesen Fragen, in diesen Herausforderungen rede du zu uns durch dein Wort. Amen. Amen.
Okay, dann lass uns einfach einmal kurz durch die ersten acht Verse durchlesen und dann schauen wir uns das Vers für Vers an. Hier schreibt der Markus, der eröffnet dieses Evangelium mit diesen epischen Worten:
Dies ist der Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.
Im Buch des Propheten Jesaja heißt es:
Ich sende meinen Boten vor dir her. Er wird dein Wegbereiter sein. Hört, eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet seine Pfade.
Das ging in Erfüllung, als Johannes der Täufer in der Wüste auftrat und die Menschen aufforderte, umzukehren und sich taufen zu lassen, um Vergebung der Sünden zu empfangen. Die ganze Bevölkerung von Juda und die ganze Einwohnerschaft Jerusalems kamen zu ihm in die Wüste. Sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan taufen. Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und um seine Hüften einen Ledergürtel, und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig. Er verkündete:
Nach mir kommt einer, der stärker ist als ich. Ich bin es nicht einmal wert, mich zu bücken und ihm die Riemen seiner Sandalen zu lösen. Ich habe euch mit Wasser getauft, aber er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
Mal so weit lesen wir in diesem Markus Evangelium. Und jetzt schauen wir uns das Vers für Vers an. Dies ist der Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Markus eröffnet hier wirklich episch. Man könnte fast das Ganze mit epischer Musik unterlegen, ähm, aber das Ganze ist auch wirklich episch, wenn man dem so sagen will. Markus sagt: Das ist der Beginn des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Was bedeutet Evangelium? Das ist ja ein griechisches Wort. Evangelium bedeutet die frohe Botschaft. Also das ist die frohe Botschaft. Von was? Von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Jesus, dieser Name heißt ja Gott rettet, heilt und befreit. Also Gott schickt einen Retter auf diese Welt, einen Heiler, einen Befreier. Das ist die, das ist die frohe Botschaft von Jesus Christus. Christus bedeutet der Gesalbte, also der Messias, auf den die Menschen so lange gewartet haben, den Erlöser der Welt, den König aller Könige, den Friedenfürst. Und dann heißt es hier dem Sohn Gottes. Also Markus setzt hier einfach gleich von Anfang an ein klares Statement. Und er sagt Jesus war nicht einfach nur ein Sozialrevolutionär. Er war nicht einfach nur ein, äh, jemand, der sich irgendwie prophetisch geäußert hat oder gegen die politischen, ähm, Bedingungen im Land protestiert hat. Nein, Jesus war Gott höchstpersönlich, der auf diese Erde gekommen ist. Und der Markus sagt: Und das ist die frohe Botschaft von diesem Jesus. Was ist denn die frohe Botschaft von Jesus?
Spannenderweise lesen wir das ganz am Schluss im Markus Evangelium. Das spoilere ich jetzt schon ein bisschen. Also wenn wir dann, ähm, so 'n bisschen springen ins letzte Kapitel, da lesen wir, dass Jesus seine Jünger versammelte und kurz bevor er zurück in den Himmel ging, gab er ihnen noch einen Auftrag mit auf den Weg. Diesen Auftrag, der auch uns gilt, uns Christen heute. Und Jesus sprach zu ihnen, lesen wir in Markus sechzehn fünfzehn:
Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung. Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, der wird verurteilt werden.
Also Jesus sagt Geht in die Welt und predigt das Evangelium. Wer dieses Evangelium glaubt, der wird gerettet werden. Aber was ist denn jetzt dieses Evangelium, das wir glauben müssen, damit wir gerettet werden? Die Bibel erklärt uns das an anderen Stellen sehr einfach. Das Evangelium von Jesus ist: Jesus starb für unsere Sünden, weil wir es verbockt haben, weil wir unseren eigenen Weg gegangen sind und jeder von uns es nicht verdient hat, in den Himmel zu kommen. Aber Jesus starb für unsere Sünden am Kreuz. Doch er blieb nicht im Grab. Er ist wieder auferstanden. Er lebt. Und wenn du dieses, ja, diese, diese Vergebung von Jesus Christus für dich in Anspruch nimmst, dann wirst du zu einem Kind Gottes. Dazu dann zu einem späteren Zeitpunkt noch mehr. Gut, jetzt lass uns weiterlesen. Nach diesem epischen Opener, ähm, ändert sich gleich die Tonlage und auch das Thema. Dann schreibt Markus:
Im Buch des Propheten Jesaja heißt es: Ich sende meinen Boten vor dir her, er wird dein Wegbereiter sein. Hört, eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, ebnet seine Pfade.
Also der Markus, der sagt, bevor Jesus auf diese Erde kommt, wird ein Wegbereiter, jemand, der vor Jesus hergeht und den Weg bereit macht für den Messias, auftreten. Wer ist dieser Wegbereiter? Es ist Johannes der Täufer. Das lese, haben wir gelesen, als wir den ganzen Text gesehen haben. Und wie das der Markus hier sagt, haben schon alttestamentliche Propheten genau mit diesen, mit dieser Aussage darauf hingewiesen auf den Johannes, den Täufer, der den Weg für Jesus bereiten wird. Wie bereitet er den Weg für Jesus? Das werden wir jetzt dann gleich miteinander lesen. Das ist nämlich sehr spannend. Wir lesen hier, ähm, in Vers vier:
Das ging in Erfüllung, als Johannes der Täufer in der Wüste auftrat und die Menschen aufforderte, umzukehren und sich taufen zu lassen, um Vergebung der Sünden zu empfangen.
Also Johannes der Täufer, der bereitete den Weg für Jesus so vor, dass er die Menschen aufforderte, umzukehren und sich taufen zu lassen, damit ihnen ihre Sünden vergeben werden. Denn das, ihr Lieben, ist der Grund, warum Gott selbst auf diese Erde kam. Das ist der Grund, warum es einen Messias, einen Erlöser, einen Retter brauchte, weil wir Menschen in der Dunkelheit sind, weil wir verloren sind, weil, wie ich das eingangs schon gesagt habe, jeder von uns, niemand von uns hat es verdient, in den Himmel zu kommen. Jeder von uns braucht Erlösung. Und damit wir diese, damit wir an diesen Punkt kommen, wo wir sagen: Jesus, ich brauche dich, muss uns zuerst einmal bewusst werden, dass wir auf dem falschen Weg sind, dass wir uns verschuldet haben, dass wir eben nicht so diese guten Menschen sind, ähm, ja, für die wir uns doch so oft halten.
Wer war Johannes der Täufer? Nicht zu verwechseln mit Johannes, dem, äh, Apostel. Johannes der Täufer. Sein Name bedeutet, also Johannes bedeutet Gott ist gnädig. Johannes war eigentlich so der letzte Prophet im Alten Testament, der Letzte in dieser Reihe der großen Propheten und mit seiner Geburt begann die lang erwartete Erfüllung, dass Gott einen Messias auf diese Erde schicken würde. Johannes war wahrscheinlich ein Essener. Die Essener, das war so eine Gruppierung zur Zeit von Jesus, die sich wirklich zurückgezogen haben von der Welt. Die haben gesagt: "Wir müssen uns reinhalten und wir wollen warten, bis Jesus zurück oder bis der Messias zurückkommt." Und die haben sich so, wenn man dem heute würde man dem sagen, in Klöster zurückgezogen. Und der Johannes war wahrscheinlich so ein Essener, bevor er dann auftrat, bevor er dann heraustrat und die Menschen zur Umkehr rief. Spannend ist auch, dass Johannes mit Jesus verwandt war. Ne? Also seine Mutter, die Elisabeth, war eine Verwandte von Jesus' Mutter, der Maria. Das lesen wir auch so in der Bibel. Ja, und dieser Johannes, der war jetzt eben wie gesagt ein Herold, ein Wegbereiter für Jesus. Er forderte die Menschen auf umzukehren. Und dann lesen wir es ja hier, um sich taufen zu lassen. Ähm, das Taufen lassen, das kennen wir heute primär aus dem Christentum, ne? Und wir denken jetzt vielleicht: "Hä, haben, kannten das schon die Juden?" Johannes war ja, er hat ja damals zu den Juden geredet. Damals gab es ja noch keine Christen. Der Johannes war ja vor Jesus. Na ja, aber auch die Juden kannten das. Diese Taufe, also das Wasser spielte eine große Rolle im, im jüdischen Glauben. Ähm, sie haben sich für alle möglichen Sachen, haben die sich, ähm, gewaschen, um rituell rein zu werden. Also das Wasser, das stand oder steht auch heute noch im Judentum eigentlich dafür, dass unsere Sünden abgewaschen werden, dass wir rituell bereit werden. Zum Beispiel, wenn jemand auch zum Judentum übertreten wollte, also Proselyten, wie man denen sagte oder sagt, dann wurden die auch ganz untergetaucht als Sinnbild dafür, ähm, dass sie jetzt ein neues Leben haben, eben, ähm, als, als, äh, Leute, die zum, zum Judentum gehören. Ja, ähm, von daher, das war jetzt für die Leute nichts, äh, nichts Spezielles. Und aber was speziell war, sie kamen, weil sie wirklich realisierten, wir sind schuldig.
Und das lesen wir dann auch im nächsten Vers. Da heißt es, die ganze Bevölkerung von Juda und die ganze Einwohnerschaft Jerusalems kamen zu ihm, also zu Jesus, in die Wüste. Sie bekannten ihre Sünden und sie ließen sich im Jordan taufen. Also man muss sich das einfach mal vergegenwärtigen. Die ganze Gegend um Jerusalem rum, also Judäa war ja da, ähm, um Jerusalem rum, die ganze Gegend, die kamen zu Johannes. Das war wirklich, da war wirklich Sündenerkenntnis im Land. Das war eine Bußbewegung, müsste man dem eigentlich sagen. Sie, da kamen alle, heißt es hier, und sie bekannten ihre Sünden und ließen sich von Johannes im Jordan taufen. Ja, warum haben sie das gemacht oder warum mussten sie das machen? Um sich auf den Messias vorzubereiten. Und ich glaube, das ist auch für uns heute ganz wichtig. Ich glaube, der Grund, warum viele Menschen irgendwie finden, ja, Jesus brauche ich nicht. Ist ja schön für dich, wenn du an Jesus glaubst, aber ich brauche ihn nicht. Der Grund dafür liegt darin, dass ganz viele Menschen einfach eigentlich das Gefühl haben: "Ja, ich bin doch eigentlich ein guter Mensch. Und es gibt ja schon so böse Leute auf dieser Erde, aber ich bin das nicht. Und wenn ich dann einmal vor Gott stehen werde, na ja, ich hab ja niemanden umgebracht und ich habe auch meine Kirchensteuer bezahlt und bin ja auch getauft worden als Kind", so, ne. Ähm, das wird dann schon reichen für den Himmel. Aber die Bibel, die erzählt uns eben etwas anderes. Die Bibel, die sagt, wir Menschen, wir haben alle versagt. Wir alle haben, ja, haben versagt in der Liebe zu Gott und auch zu unseren Mitmenschen. Wir Menschen, wir brauchen alle Vergebung.
Und deswegen ist das ein Gebet von mir und ein Gebet auch für dich und ein Gebet für unsere ganze Welt, dass wir das erkennen, dass uns die Augen aufgehen, dass so eine Bußbewegung entsteht, wie sie damals in der Bevölkerung von Judäa entstanden ist, dass wir erkennen, wir brauchen Vergebung.
Im Vers sechs heißt es dann weiter:
Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaar und um seine Hüften einen Ledergürtel und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.
Da könnte man jetzt viel darüber erzählen, aber ich finde, was da wirklich raussticht, der Johannes war jetzt nicht so der Populärste von allen. Seine Botschaft war ja auch überhaupt nicht populär und das ist ja auch heute so, wenn du über Sünde redest, das ist ja nicht etwas, wo du dann einen Beliebtheitswettbewerb gewinnen wirst, ne. Der Johannes, der war, war wahrscheinlich auch ein bisschen rauhkantig und er erinnerte halt wirklich an so einen alttestamentlichen Propheten. Der Johannes, heißt es dann hier weiter, er verkündete:
Nach mir kommt einer, der stärker ist als ich. Ich bin es nicht einmal wert, mich zu bücken und ihm die Riemen seiner Sandalen zu lösen.
Das ist jetzt auch, finde ich, sehr eindrücklich. Johannes, der hatte die richtige Haltung. Er wusste, es geht nicht um mich. Ne, er war ja, der war ja bekannt. Es heißt ja hier, das ganze Volk kam zu ihm, aber er sagt: Es geht nicht um mich, es geht Jesus Christus. Und das ist auch etwas, glaube ich, was wir Prediger uns immer wieder sagen müssen und wir alle, die wir irgendeinen geistlichen Dienst tun, es geht nicht um uns. Es geht darum, dass Jesus groß wird. Er muss zunehmen, wir aber müssen abnehmen. Das ist ganz wichtig. Ja, und jetzt kommt hier dieser finale Satz, der wirklich sehr eindrücklich ist. Johannes sagt zu den Leuten, die zu ihm kamen. Er relativiert hier seine Taufe. Er sagt:
Leute, ich habe euch mit Wasser getauft. Er, also Jesus, der Messias, er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
Was meint Johannes damit? Wie wir schon gesa, gesehen haben jetzt in der Bibel, die Taufe mit Wasser, die steht ja dafür, dass wir unsere Schuld erkennen und uns vornehmen, es besser zu machen. Und das ist ja eigentlich etwas, das doch, auch wenn ich jetzt gesagt habe, viele von uns sehen sich als gute Menschen, das ist etwas, was wir doch auch immer mal wieder machen. Ich denke, gerade so Anfang des neuen Jahres machen das viele. Man nimmt sich Vorsätze und man sagt: Das will ich nächstes Jahr besser machen. Und trotzdem scheitern wir immer wieder an unserem eigenen, ja eben unerlösten, nicht so guten Herzen. Wir scheitern immer wieder daran, dass wir Menschen unter diesem Fluch der Sünde stehen, wie es die Bibel sagt, dass wir gar nicht anders können, als so zu leben, ähm, wie es Gott nicht gefällt. Und deswegen sagt der Johannes, es braucht neben diesem Erkennen, dass ich Erlösung brauche, noch etwas Zweites. Es braucht den Geist Gottes. Und das ist auch etwas, was wir im Alten Testament lesen. Gott kommt und er möchte uns ein neues Herz und einen neuen Geist schenken. Wenn wir erkennen, dass wir auf dem falschen Weg sind und wenn wir unsere Schuld zu Jesus bringen und sagen: Es tut mir leid, dann passiert etwas ganz Faszinierendes. Dann nimmt Jesus unser altes, ja, unfähiges Herz, nimmt er aus uns raus und er schenkt uns ein Herz, das fähig ist, so zu leben, wie es Gott gefällt.
Und ich möchte dich ermutigen, jetzt in den kommenden Tagen, prüf einmal dein eigenes Herz. Überlege dir: Ist das auch für mich jetzt dran, so eine klare Entscheidung für Jesus zu treffen? Ja, ihr Lieben, was haben wir gelernt heute bei Johannes, dem Täufer? Der ist aufgetreten und hat damit eine neue Zeit eingeläutet. Die Zeit der Rettung war angebrochen. Jesus schickt seinen Retter, um sein Friedensreich aufzurichten. Und um in dieses Friedensreich hineinzukommen, braucht es Umkehr von uns. Es braucht Buße und Vergebung. Und wenn wir das tun, dann wird Gott uns ein neues Herz schenken. Das ist doch einfach faszinierend.
Ja, ihr Lieben, das war's für heute von Bible Study. Nächstes Mal geht's weiter im Text. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und tschüss. Immer wieder schreiben uns Menschen, wie sehr sie durch unser gemeinsames Bibellesen, durch Bible Study gesegnet wurden. Und vielleicht würdest auch du das sagen. Wenn das so ist, dann schreib auch du uns gerne eine Nachricht. Das ermutigt mich und auch das ganze Team, das hinter der Sendung steht. Übrigens, diese Sendung, die ist komplett spendenfinanziert. Wir freuen uns über jeden von euch, der sich nach seinen Möglichkeiten mit einer kleinen oder großen Spende an den Produktionskosten beteiligt. Danke für alles, was du gibst.
Automatisch transkribiert durch KI
Zusatzinformationen
Serie: BIBLE STUDY mit Gabriel Häsler
Genre: Ratgeber